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Stuttgart 21

Die ernsthafte Diskussion/Berichterstattung über Stuttgart 21 hat sich vor wenigen Stunden erledigt.

Gewonnen hat das Echtzeitweb mit Videos von weinenden Schülern und dem Bild eines Mannes dem der Wasserwerfer ein Auge entfernt hat. Das hier hier offensichtlich etwas böse schief gelaufen ist sollte jedem klar sein. So sollte niemals das Ergebnis eines (friedlich geplanten) Protestes aussehen, bei dem die Fällung von Bäumen verhindert werden soll. Wie auch immer die Analysen in den nächsten Stunden aussehen werden, die Polizei hat auf jeden Fall verloren – egal ob dafür jemand von Oben seinen Kopf hinhalten muss und die Meinung im Nachhinein in die andere Richtung kippt.

Immer wenn ich diese Berichte und Blogeinträge lese die laut „Polizeigewalt“ schreien, versuche ich mir immer im Geiste die Situation aus allen Perspektiven vorzustellen. Die Anwesenheit vermummten Randalierer lässt vieles im anderen Licht erscheinen. Die aktuell verfügbaren Fotos haben den Trend im Netz vorgegeben. Wenn schon 1000 Leute auf den Like-Button geklickt haben, geht jede Relativierung im Schwarm unter. Wobei „Like“ in diesem Fall ja vor Sarkasmus nur so trieft.

So gerne ich in solchen Situation die eigentliche undurchsichtige Sachlage ausblende, um aus einer neutralen Position nur noch die Abfolge der Äußerungen und das Hin- und Herkippen der öffentlichen Meinung beobachte, liegt es in Anbetracht solcher brachialer Momentaufnahmen jenseits des menschlich Machbaren. Diese Schlacht hat die Exekutive mit dem ersten Blogeintrag bzw. Tweet bereits verloren.

Visitenkarten mit „Müller/Meier/Schulz, Bereitschaftspolizei“ würde ich die nächsten Tagen lieber nicht auf Afterwork-Partys verteilen.

Back on the net

Ich kann wieder ins Netz. Der Fehler lag wohl doch an meinem Ende der Leitung, denn sowohl über mein betagtes DSL-Modem, als auch über meinen neuen Router bekomme ich eine stabile Verbindung aufgebaut. Die behelfsmäßige Konstruktion für einen stabilen Zugang an einem Ort mit Temperaturen über dem Gefrierpunkt waren zwischenzeitlich recht abenteuerlich.

Vom Splitter ins DSL-Modem, dann über mein längstes Netzwerkkabel in einen 16er Switch, dessen quietschender 4×4 cm Lüfter den Keller beschallte – weiter über mein zweit-längstes Kabel die Kellertreppe hinauf und durch den Hausflur 2 m in die Küche, wo meine Schwester – auf dem Küchenboden sitzend – über PPoE ihre wichtigen Uni-Paper aus dem Netz zog. Zwischenzeitlich gesellte ich mich dazu, um die wichtigsten Email-Konten abzurufen. 🙂

Diese Situation wurde erst am Ostersamstag durch den Kauf einer neuen AVM Fritz Box behoben. Kein schöner Tag, um entspannt durch den örtlichen Elektronikdiscounter zu schlendern. Das Parkhaus war komplett belegt und jeder Remscheider schien sich noch schnell mit der wichtigsten Unterhaltungselektronik eindecken zu wollen.

Meinen alten Speedport W501V kann ich jetzt als Accesspoint mit eingeschränkt konfigurierbarem DHCP-Server auf eBay einstellen, denn bis auf die Interneteinwahl funktioniert das Gerät einwandfrei. Leider wird auch kein Clientmodus ins WLAN unterstützt, sonst hätte dieser merkwürdige Defekt doch noch seine guten Seiten gehabt – den Zugang über Kupfer hätte ich für meine Basteleien gut gebrauchen können.

Aber immerhin kommen die Datenpaket wieder an meinem Rechner an – da will ich mich nicht weiter beschweren. 😉

Bestatter-Weblog

Ãœber den Shopblogger bin ich auf das Bestatter-Weblog aufmerksam geworden. Dort gibt es Geschichten rund um ein Bestattungsinstitut – mal amüsant, oft lehrreich und immer lesenswert. Das eine oder andere Vorurteil und jede Menge Halbwissen wird auch aus der Welt geschafft. Der Eintrag „Lack und Leder“ ist z.B. eine kurze sehr schöne Geschichte.

Schaut mal rein.

Geschmacksverirrung

Kann es sein, dass die Anzahl Blogs, die nur aus Vierzeilern über Tod und Verzweiflung und Tonnen schlecht aufgelöster (animierter) GIFs bestehen, im letzten Monat signifikant angestiegen ist?

Immer öfter laufen mir diese Hintergrund-gekachelten Gruseligkeiten über den Weg, wenn ich in den bekannten „Frisch gebloggt“ Listen Ausschau nach interessanten lesenswerten Seiten halte. Besonders schlimm tuen sich viele Benutzer der Community spin-de hervor, die fast jeden zweiten Listeneintrag unter Kontrolle haben. Mir scheint, da macht eine Generation die gleichen Geschmacksverirrungen durch, die wir (vielleicht auch nur ich) schon lange hinter uns gelassen haben und die nun auf 8 Jahre alten Backups verdienterweise vor sich hin gammeln. 🙂

Für einen neuen allgemeinen Eintrag im AdBlocker reicht es noch nicht – ich möchte mir ja nicht meine eigene Wahrnehmung zensieren.

In diesem Sinne:

An dieser Stelle stand bis eben ein sehr trauriges Gedicht mit wunderschön animierten aufblühenden Rosen (eine Links, eine Rechts) … bis mir der Abschnitt – selbst als angedachte Satire – zu sehr auf den Senkel gegangen ist. *schüttel* 😉

WordPress 2.2 + Exploit Fix

Ãœber den Heise Ticker kam gerade die Meldung einer noch manuell zu schließenden Sicherheitslücke in der aktuellen WordPress Version 2.2. Diese Version ist zwar schon fast einen Monat alt – trotzdem hab ich es bisher sträflich versäumt meine Installation auf den neusten Stand zu bringen.

Also um so wichtiger, dass jetzt schnell nachzuholen – inklusive Fix des Exploits.

Fix des aktuellen Exploits

Aktuelle WordPress Version

Meine Datenbank gehört mir 😉

Warum Gegenwehr keinen Sinn macht

Via Golem.de

Microsoft forscht derzeit daran, wie sich die Daten von Internetnutzern ausspähen lassen. Bereits jetzt soll es möglich sein, anhand des Browser-Verlaufs das Geschlecht und das Alter des Internetnutzers zu bestimmen. Microsoft erwartet, dass sich später aber auch weitere persönliche Daten in Erfahrung bringen lassen, ohne dass das ausspionierte Opfer dazu seine Zustimmung gibt. […]

Es wird mir eine Freude sein, mein Surfverhalten wöchentlich auf einen per Zufallsgenerator ermittelten Benutzertyp abzustimmen, um die Statistiken durcheinander zu würfeln. Und sollte ich mir im Hintergrund stundenlang die Musikvideos der aktuellen Charts anhören müssen, um mein ermitteltes Alter zu senken und mich einer Geschlechtsumwandlung zu unterziehen.

Das Problem wird nur wieder sein, dass genau die Benutzergruppen das Projekt mit Methoden und Tools torpedieren, welche durch gute Computerkenntnisse und daraus resultierenden Werbeblockern für die Firmen eh keinen Wert haben. Der unaufgeklärte Benutzer verschenkt weiterhin sein Profil.

Wenn man sich dazu den Trend anschaut, dass die großen Internetfirmen nach und nach die Communities auf allen Sektoren aufkaufen, kann man die Gedankengänge dahinter gut nachvollziehen. Hat man nämlich keinen Zugriff auf den Browser der Besucher, muss man sie eben von der anderen Seite beobachten. Je breiter das eigene Sortiment an Webservices da gefächert ist, desto detaillierter und umfassender werden die gesammelten Informationen.

Sofern man sie nicht schon bereitwillig in Registrierungsformulare getippt hat. Die Zahl der Surfer, die sich z.B. regelmäßig auf einer von Google kontrollierten Seite authentifiziert, dürfte sehr hoch sein. Wie praktisch, dass der Werbevermittler im Firmensitz nur eine Tür weiter sitzt.

Saubermachen in meinem persönlichen Web 2.0

Wer hätte gedacht, dass man irgendwann mal die kritische Menge an Information erreichen könnte. DSL macht es möglich.

Ich verbringe ja schon überdurchschnittlich viel Zeit vor dem Rechner und trotzdem bin ich an einem Punkt angelangt, an dem ich mehr Feeds und Podcasts abonniert habe, als ich lesen bzw. hören kann und möchte. Und da ich meine Datensammelwut etwas eingrenze, muss ich wohl in den sauren Apfel beißen und einige Radio-Podcasts rauswerfen. Man merkt auch mit der Zeit, dass die Dinge ihren Wert verlieren, wenn man sie in zu großen Portionen in immer kürzeren Abständen genießt. So sauer ist der Apfel bei näherer Betrachtung also gar nicht.

Ich opfere also sämtliche Comedy bis auf die „1Live Supermerkel“ (XML), die ich mir noch aus dem Restangebot herausfiltern muss, und das „WDR2 Kabarett“ (XML).

Dazu noch die tägliche Prise Wissen vom „WDR Zeitzeichen“ (XML) und fertig ist das tägliche Programm.

Alles Unregelmäßige muss sich vor meiner Säuberungsaktion noch nicht fürchten – da werde ich mir die Zeit durchaus noch für nehmen. Schön, dass einem mit dieser Technik absolut nichts davon läuft.

In 30 – 50 Jahren bringt Timelife bzw. ähnliche Vermarkungsgesellschaften bestimmt einen Bestof heraus und wir sitzen voller Nostalgie im bequemen Sesseln vor den Lautsprechern. 🙂

Blogroll

Beim ausgiebigen Herumsurfen und durch nette Kommentare, bin ich in den letzten Tagen auf so viele nette Seiten gestoßen, dass es eigentlich Schade ist, sie in meinem RSS Reader vor aller Augen zu verstecken. Sobald ich Zeit finde, aktualisiere ich doch mal meine Linkliste und baue sie irgendwo sichtbar in mein Theme ein.

Fortsetzung folgt …