Archiv für den Monat: April 2015

Futtert japanischen Staudenknöterich!?

Nieder mit den Neophyten! Der japanische Staudenknöterich (u.a. Fallopia japonicaist ein gar finsterer Geselle. Er überwuchert an Gewässern die heimische Flora mit bis zu 30 cm am Tag, wächst unterirdisch so tief und in die Breite, dass ihm nicht beizukommen ist und treibt aus jedem noch so kleinen Pflanzenteil neu aus. Teufelszeug.

DSC_0013Da las ich in der Wikipedia, dass in Japan die Pflanze auf dem Schulweg wie Rhabarber gefuttert wird und mir ging ein abgewandelter Liedtitel von Ton Steine Scherben durch den Kopf: „Iss kaputt, was dich kaputt macht!“

Ich bin nie ein großer Freund von Rhabarber gewesen *g*, aber die ersten Testbissen am Wegesrand schmeckten angenehm gesund-sauer und brachten mich weder schnell auf die Toilette, noch ins Krankenhaus.

Heute war Tag der Ernte in einem Wäldchen fernab der größeren Wege. Über 600 Gramm landeten schließlich entblättert, gestutzt, ungeschält, aber gewaschen und zerkleinert im Topf. Mitgenommen hatte ich Stangen zwischen 30 und 40 cm – nicht zu dünn, aber auch noch nicht zu holzig.

Das Ganze vermengte ich mit 150 g Rohrzucker und einem Päckchen Vanillezucker und ließ es für eine halbe Stunde ziehen, bis ein Zentimeter hoch Flüssigkeit am Boden stand. Dann zerköchelte es auf mittlerer Hitze zu Kompott.

Mein Name ist nicht Frau Ahavzi aber folgender Reim ging mir beim Rühren spontan durch den Kopf:

„Herbei, herbei!
Gekocht ist der Brei Kompott,    
Den Tisch ließ ich decken,
Drum laßt es euch schmecken;
Ihr Nachbarn herbei,
Gekocht ist der Brei Kompott.“

Das Ergebnis

Optik: Grüne Fasern in rot-brauner Flüssigkeit. (Naja, könnten auch Schnibbelbohnen sein, wenn man die Nase außen vor lässt)

Geruch: säuerlich-süß – angenehm

Geschmack: Die Stücke zergehen auf der Zunge – gar nicht übel. Die Säure kommt mit dem Zucker stärker hervor, als im rohen Zustand. Es bleibt das erfreute Zucken in den Augenwinkeln, wenn es anfängt auf der Zunge zu prickeln. 🙂 Das erste kleine Schälchen war flott weg.

Fazit:

Ja, sollte man ausprobieren. Ich wahrscheinlich schon bald wieder, um die Eignung als herzhaftes Gemüse zu testen. Geschmort wie grüner Spargel soll es nämlich auch schmecken. Den richten Zeitpunkt für die Ernte abzupassen, wird bei dem enormen Wachstum nicht ganz einfach sein. Ich war heute schon vom Unterschied in der Höhe zu Mitte der Woche überrascht.

DIY Infrarot Umbau Nikon D40

Vor fast drei Jahren habe ich bei meiner alte Kamera, einer Nikon D40, den Sperrfilter für das Infrarot-Spektrum ausgebaut. Nach den spannenden ersten Wochen mit Infrarot-Filtern für das Filtergewinde war es sehr lange sehr ruhig um das Projekt. Zu anstrengend war das Fokussieren mit abgeschraubtem Filter, nur um dann beim Anschrauben doch die Schärfe zu verreißen. Eine Fotoreihe bei der ich blind nach Objektiv-Skala die Einstellung vorgenommen hatte war matschig – ein anderes Objektiv hatte extrem starke HotSpots bein IR-Licht.

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Gestern fand ich meinen Glasschneider in einer Kram-Kiste und erinnerte mich an den IR-Sperrfilter in der Schublade darüber und machte mich ans Werk das Filterglas eines 720 nm Filters auf das rechte Maß zu schneiden. Als ich nach unzähligen Schrauben und einer Lötverbindung den Filter vor den Sensor bauen wollte, merkte ich, dass ich mich um mindestens 1 Millimeter in einer Dimension vermessen hatte. Meine dilettantische Nachbearbeitung ließ ein Trauerspiel von ehemals-rechteckigem Glas zurück.

Als ich die Kamera wieder zusammen hatte musste ich leider feststellen, dass durch den minimalen Dickenunterschied zum IR-Sperrfilter der  Verschluss nicht mehr seine Arbeit tat. Also alles wieder auseinander – die ersten Feinschrauben hatten ihren Kreuzschlitz schon eingebüßt.

Sollte ich alles wieder zurück bauen und die Niederlage eingestehen? Zurück zu einer Kamera, die unverkäuflich in der Schublade verstaubt?

Nein! Ich entfernte den metallenen Filterhalter vor dem Sensor und befestigte das vorhandene Konstrukt aus IR-Glas und Plastikverschalung mit Zwei-Komponenten Kleber an der Sensorumrandung! (Ja, bei mir zieht sich bei dem Gedanken auch noch alles zusammen). Die unsauberen Kanten des Glases haben meiner Meinung nach keine Auswirkungen in Form von aufgehellten Bildern oder Flecken.

Sie funktioniert trotz aller Torturen wie geplant mit dem feinen Bonus, dass in den Ecken Spuren von erfolglos entfernten Kleberresten und Staub einen ein OldLook-Analog-Filter auf das fertige Bild zaubert! 🙂 Sehr individuell.

Aber! Ich kann nun aus der Hüfte Ausrichten, die Komposition machen, der Belichtungsmesser ist häufig gar nicht so falsch (leicht überbelichtet) und ich habe einen sitzenden Autofokus!

Ich hoffe, der Kleber hat keine mittelfristigen Auswirkungen auf den Sensor, aber meine Kamera hat bei blauem-Himmel wieder einen Platz im Rucksack. Sehr vorsichtig muss ich mit ihr jetzt nicht mehr sein.