Rantepao

Unser bisher schlechtestes Zimmer ­čÖé fanden wir bei Dunkelheit im Guesthouse Wisma Maria 1. Die Farbe an den W├â┬Ąnden fehlte und bl├â┬Ątterte an mehr Stellen, als sie noch zu bedecken vermochte. Durch die fehlenden Scheiben kamen und gingen M├â┬╝cken und die Katze des Hauses aus und ein. Im Bad mit gemauerter Waschwanne lief schon lange kein Wasser mehr.

Für morgen wurde uns ein anderes Zimmer mit Blick auf den Garten in Aussicht gestellt.

Aus Sengkang hat sich Andrea einen Ausschlag mitgebracht, der am Abend so schmerzhaft juckte, dass wir das ├â┬Ârtliche Krankenhaus aufsuchten, um an eine lindernde Creme zu kommen. Die Apotheken hatten schon geschlossen und wir wollten kein Risiko eingehen. Der einzige Weg f├â┬╝hrte durch die Ambulanz mit vier Betten in einem Raum. Drei Schwestern und eine ├âÔÇ×rztin im Nebenraum hatten gut zu tuen, so dass wir uns mit unserem Anliegen etwas fehl am Platz vorkamen. Im Bett nebenan hatte ein ├â┬Ąlterer Herr mit Atemnot zu k├â┬Ąmpfen. Ein Blick auf Andrea gen├â┬╝gte der ├âÔÇ×rztin und wir wurden zur Krankenhausapotheke gef├â┬╝hrt, wo wir eine Salbe und Tabletten bekamen. Es fehlten die Beipackzettel, so dass wir ├â┬╝ber die Diagnose noch nicht mutma├â┼Şen konnten. Mit├é┬á englischen Worten und Gesten lie├â┼Ş es sich nicht in Worte fassen.

Anhand der Inhaltsstoffe wissen wir nun zwei Tage sp├â┬Ąter, dass es etwas gegen Juckreiz und allergische Reaktionen war. Dem Internet sei dank.

Was für ein gigantischer Unterschied zu der Versorgung daheim. Dies ist kein beruhigender Ort, um ernsthaft krank zu werden

In Rantepao gibt es viel zu sehen. Die hier wohnende Bev├â┬Âlkerungsgruppe, die Turaja, haben sehr aufw├â┬Ąndige Begr├â┬Ąbniszeromonien und Totenkult. Touristen sind bei den „Beerdigungen“ willkommen, auch wenn es sich f├â┬╝r uns piet├â┬Ątlos anf├â┬╝hlen mag. Jede Menge Tieropfer – mehr, als w├â┬Ąhrend der Feier gegessen werden kann. Ich w├â┬╝rde mich wohler f├â┬╝hlen, wenn man hier diese Kultur und Lebensweise nur noch aus Relikten, Kunstgegenst├â┬Ąnden und Erz├â┬Ąhlungen mit einigen hundert Jahren Abstand erfahren k├â┬Ânnte. Allerdings finden die Feierlichkeiten im Wochenrhythmus in den umliegenden D├â┬Ârfern auf offener Stra├â┼Şe statt.

Wir werden uns nicht mit einigen Packungen Zigaretten als Geschenk zwischen die Trauernden begeben, sondern h├â┬Âchstens vom Roller aus einen kurzen Blick auf den Trubel werden.

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