„Es war einmal das Leben“ geschädigt

Immer wieder wird man im Leben, mit den unterschiedlichsten biologischen Vorgängen konfrontiert. In letzter Zeit habe ich mich von Andrea vor ihren Klausuren in die biologischen Grundmechanismen der Zellen einführen lassen. Also DNA, RNA, Polymerasen und all die anderen Dinge, die damit zusammen hängen und die ich in der kurzen Zeit unmöglich im Detail behalten konnte.

Als Mitglied einer Generation der spielerischen Aufklärung dürfte es mir aber besonders schwer fallen diese zusammenhänge zu behalten. Ich hatte die Möglichkeit regelmäßig bei meiner Oma die Sendung „Es war einmal das Leben“ zu sehen. Diese seltenen Fernsehstunden haben sich sehr intensiver in mein Gedächtnis eingebrannt.

Das Problem besteht nun aber darin, dass ich nicht von der Vorstellung loskommen, dass z.B. der menschliche Blut-Kreislauf ein breiter Weg voller braver Lasten-Träger-Männchen ist, die auf ihren Rücken Sauerstoffblasen und Nährstoffe transportieren. Gelegentlich müssen die Weißen-Blutkörperchen-Polizisten eine Gruppe Viren oder Bakterien niederknüppeln und in schlimmen Fällen kommen fliegende Schweber, die mit Drohnen die Angreifer verjagen.

Wie soll ich die komplexe Vorgänge verstehen wie aus Desoxy-Nukleosidtriphosphaten die Desoxyribonukleinsäure entsteht, wenn ich mir vor meinem geistigen Auge automatisch ein Fließband mit Arbeitern vorstelle, die verschiedenfarbige und -förmige Plättchen in einen gelben Strang hämmern.

Keine Chance je Biologie zu studieren – dafür laufen in meinem Körper zu viele kleine Männchen umher. Ich bin „Es war einmal das Leben“-geschädigt. 🙁

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