Texel 2006

Nun sind wir wieder, nach 9 Tagen Niederlanden, zurück in der Heimat. Dieses Mal eine etwas andere Erfahrung als der Amelandbesuch im letzten Jahr.

Auf der Hinfahrt machten wir einen Stop in Amsterdam, um dort eigentlich eine kleine Stadtbesichtigung zu Fuss zu machen. Das Wetter war dazu leider wenig optimal. Den ersten Fehler begangen wir wohl damit, in der Innenstadt ein Parkhaus zu „suchen“ (Irrfahrt durch ein Schildergewirr). Das Schild „Parkgebühr: 3,40€ /Stunde“ machte keinen guten Eindruck auf unsere Reisekasse, doch einen Blick wollten wir dann doch noch riskieren.

Der drohende Wolkenbruch war unausweichlich, ein Regenschirm leider nicht dabei. Es war so früh, dass gerade die ersten Läden die Gitter hoch zogen. Die ersten Regenschirme wurden in einem der Ständer erblickt und gleich begann der Inhaber auf englisch mit indischem Akzent mit uns zu feilschen. Die Not war groß, also wanderte ein Schirm für 5€ über die Ladentheke. Irgendwie hatten wir aber gleich das ungute Gefühl über den Tisch gezogen worden zu sein. Unsere mangelhafte Marktübersicht im Bereich des Regenschutzes bestätigte sich in Form des Sonderangebots des nächsten Drogeriemarktes „Regenschirm 1,99€“. 🙁

Gelandet waren wir anscheinend im Vergnügungsviertel. Coffeeshop reihte sich an Pornokino und ähnlichen Lokalitäten. Das Wetter war weiterhin dürftig und ohne Orientierung entschlossen wir uns dazu, dieser Stadt den Rücken zu kehren, bevor uns der Rest der Urlaubskasse geklaut werden würde.

Je näher wir der Fähre kamen, desto besser wurde das Wetter. Als wir schließlich auf dem Panoramadeck standen, konnten wir uns für die 20 Minuten Überfahrt bei voller Sonne an die Rehling stellen.

Texel selbst war wirklich deutlich größer als Ameland und ohne gekaufte Inselkarte fanden wir nicht zum „Minicamping Texion“. Unser Zeltplatz lag nahe am Waschhaus, das sich für den kleinen Campingplatz durchaus sehen lassen konnte, und leider auch der (mittel befahrenen) Strasse. Das Zelt wurde schnell aufgebaut und war wieder, wie eigentlich jeden Urlaub, deutlich größer, als ich es in der Erinnerung hatte. Noch bevor wir komplett ausgepackt hatten, ging es mit zwei Fahrrädern des Platzes zum Radverleih, um uns dort das Fortbewegungsmittel der Einheimischen zu besorgen. Ein Fahrradhalter fehlt meinen Corsa leider.

Die Wahl fiel auf ein Tandem, welches für eine ganze Woche gemietet wurde. Nachdem die Platzfrage (ich war Blinker und Hauptantrieb auf der Hinterachse) geklärt war und Andrea sich mit dem ungewohnten Lenkverhalten auf dem nächsten Parkplatz vertrautgemacht hatte, fuhren wir zurück zum Zelt und begannen unseren Urlaub.

Der Weg zum Strand durch die Dünen war mit dem Rad recht schnell zu erreichen. Leider musste das Schwimmen dieses Jahr ausfallen, weil das Wetter zu wechselhaft war. Aber zum Spazieren und Sammeln von schwarzen Steinen läd der Strand ja auch ein. Mütze und Regenjacke waren die meiste Zeit Pflicht und der Wind wehte den losen Sand um die Füße und Hose, der dort nach den gelegentlichen Regenschauern eine hübsche Schicht bildete.

Besonders nachts wackelt das Zelt kräftig und nach den ersten Tagen musste eine weitere Plastikplane (über dem Zelt gespannt) unseren Berg an Schlafsäcken, Kissen und Decken vor dem eindringenden Wasser schützen. Nachdem wir unseren Unterschlupf gesichert hatten, konnten uns Wind und Wetter aber nichts mehr antuen.

Ein Buch nach dem anderen wurde verschlungen, es ging zum Einkaufsbummel (natürlich per Rad), ins nächste Städtchen De Koog und in die größte Stadt der Insel Den Burg. Ebenfalls mit dem Rad und jeder Menge Gegenwind zum Leuchtturm im Norden der Insel und natürlich an den Strand. Die Meerluft machte Kohldampf und unsere mitgebrachten Vorräte, unterstützt durch einheimische Lebensmittel (z.B. Vla :), wanderten in unsere Mägen.

Der letzte Sonnenuntergang nahe des Anlegers im Südwesten der Insel verschwand leider hinter in einer Wolkenwand. Die stille Dämmerung in den Dünen war aber trotzdem ein Erlebnis. Noch am Abend vor der Rückfahrt packten wir das Zelt zusammen und verbrachten die Nacht im Auto, um in aller Frühe aufbrechen zu können, ohne ein taunasses Zelt im Wagen zu haben. Ungefähr 20 Mücken hatten leider die gleiche Idee, so dass die Nacht kürzer ausfiel als erwartet.

Um kurz nach 11 Uhr waren wir auf dem Parkplatz von unserem letztem Urlaubsziel angekommen. Burgers Zoo in Arnheim. Vor einiger Zeit war ich als Gruppenleiter schon einmal dort gewesen und wollte unbedingt nocheinmal das riesige Tropenhaus und die Meerwasseraquarien sehen. Meiner Meinung nach lohnt sich alleine dafür schon die lange Anreise von hier und der hohe Eintritt (16€). Auf der einen Seite war ich wirklich froh, den größeren Speicherstick von meinem Vater in der Kamera zu haben und doch etwas traurig, nur mit meinem 2 MP Kamerahandy fotografieren zu können. Wenn ich mal über echten optischen Zoom verfüge, setze ich mich ins Auto und fahre wieder hoch. 🙂

Am Abend kamen wir wieder in Wermelskirchen an – erholt und mit einem halben Kühlschrank Vla und Schoko-Frühstücks-Flocken im Gebäck.

Ein sehr schöner, entspannender und windiger Urlaub. 🙂

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