GOG Galaxy und die Siedler 2

Es ist einmal wieder Zeit zurück zu blicken – in die Anfänge meiner Begeisterung für Computerspiele. Good Old Games (GOG) haben vor einer knappen Woche ihren eigenen Client mit Bibliothek und Community-Optionen mit dem Namen Galaxy gestartet. Bisher nur über eine Einladung zu bekommen, war ich besonders neugierig, wer Steam mit seiner totalen Marktbeherrschung auf dem PC die Stirn bieten möchte. Und wie der Name bereits suggeriert, sind viele Klassiker mit am Start!

Das Programm ist (noch) sehr einfach aufgebaut und damit schnell. Es gibt eine Übersicht der eigenen Spielebibliothek und den aktuellen Angeboten, sowie einen Chat, den ich noch nicht genutzt habe. Neben allen Gratis-Spielen, die ich bei jeder Aktion der letzten Jahren meinem Konto hinzufügen durfte, hatte ich bereits vor einiger Zeit Empire Earth 2 erworben.

Die Siedler 2

Dazu gesellte sich nun Die Siedler 2 in der 10th Anniversary Edition. Das originale Spiel hatte ich mir damals um 1996 mit Zusatzmissionen auf CD gekauft. Diese sind allerdings in meinen 4 Wänden verschollen oder warten in einer Kiste bei meinen Eltern auf ihre Wiederentdeckung. Vor knapp 10 Jahren (2006) wurde die Neuauflage (um die es hier geht) veröffentlicht, die das Spielgefühl sehr gut in die Gegenwart gerettet hat. Der Vergleich zu alten Screenshots zeigt schon sehr große Änderungen an der Optik, aber meine Kopfbilder sind bereits überschrieben. Solange ich mich bei einem Spiedler-Spiel über den Wegebau ärgern darf, weil mir das Bauraster einen Strich durch die einheitliche städteplanerische Rechnung macht, bin ich absolut zufrieden. Meine Pseudo-OCD lässt grüßen. 🙂

Nach einigen Stunden Spielspaß, stehe ich nun mit schlotternden Knien an der Grenze zu den Lava-Spielwelten, in denen ich damals gescheitert bin. Soweit meine Erinnerung, denn die Herausforderung des Szenarios war in der Serie noch nie meine Antriebsfeder.  Lieder baue ich bis in jeden Winkel des Levels eine florierende Wirtschaft auf, auch wenn das Tor zur nächsten Welt längst erreicht ist.

Im Hintergrund lädt schon Witcher 3 vor dem Release 26 Gigabyte aus dem Netz – das Siedler 2 Remake gehört mit einer Installationsgröße von ~500 MB noch in die CD-Ära. 🙂

 

It’s my LIFE

Coca Cola Life

Coca Cola Life

Beim Einkauf fiel mir heute das erste Mal bewusst die „neue“ Stevia-Variante von Coca Cola auf. Ein Blick auf die Zutatenliste machte mich noch neugieriger, weil neben dem gewohnten Zucker an zweiter Stelle keine der üblichen Verdächtigen aus dem Süßstoffsektor (Cyclamat, Acesulfam K, Aspartam) vertreten war. Mit ordentlich Durst kann ich Vieles in mich hineinschütten, aber säure-unterstützter Zuckerflash ohne unangenehmen Nachgeschmack kann ich weder Light noch Zero bescheinigen.

Den süßen Pflanzenextrakt einzuordnen, fällt wie so oft schwer. Die zugelassenen Mengen in Lebensmitteln sind in Deutschland so beschränkt, dass sich Stevia nicht als einziger Ersatzstoff für Null-Kalorie-Produkte eignet, die ausgesprochen süß schmecken sollen. Der Kommentar im Wikipedia-Artikel, dass alle Gen-schädigende Wirkungen aus dem Tierversuch bei einer täglichen Dosis vom halben Körpergewicht nachgewiesen wurden, liest sich zumindest witzig und zerstreut die größten Bedenken. 🙂

Coca Cola kleckert nicht mit einem halbherzigen Produktnamen und nennt die neue Cola ganz bescheiden Life. Oh my …

Ein weiteres Produkt, bei dem man sich mit dem Konsum auf einfachste Weise einer Subkultur der Gesundheitsbewegung anschließen kann – wenn man in diesem Fall beide Augen zudrückt, da es „nur“ knapp 40% weniger Zucker sind, die man seinem Körper für den Genuss einflößt. 😛

Der Geschmack ist ordentlich. Mir fehlt noch der direkte Vergleich zum Original-Rezept, aber ich würde mich da in Zukunft schon umstellen können – vielleicht sogar wollen. Wenn mir bei der Bestellung der Name denn so über die Lippen kommt, dass es mir nicht zu albern vorkommt. „I have no life, give me one!“ (Kalauer beabsichtigt)

Das PR-Team von Coca Cola wird sich bei Produkteinführung bestimmt geärgert haben, dass sie bereits 2001 den Slogan „Life tastes good“ ausgerechnet mit Bon Jovi „It’s my life“ verbraten haben. Haha!

Futtert japanischen Staudenknöterich!?

Nieder mit den Neophyten! Der japanische Staudenknöterich (u.a. Fallopia japonicaist ein gar finsterer Geselle. Er überwuchert an Gewässern die heimische Flora mit bis zu 30 cm am Tag, wächst unterirdisch so tief und in die Breite, dass ihm nicht beizukommen ist und treibt aus jedem noch so kleinen Pflanzenteil neu aus. Teufelszeug.

DSC_0013Da las ich in der Wikipedia, dass in Japan die Pflanze auf dem Schulweg wie Rhabarber gefuttert wird und mir ging ein abgewandelter Liedtitel von Ton Steine Scherben durch den Kopf: „Iss kaputt, was dich kaputt macht!“

Ich bin nie ein großer Freund von Rhabarber gewesen *g*, aber die ersten Testbissen am Wegesrand schmeckten angenehm gesund-sauer und brachten mich weder schnell auf die Toilette, noch ins Krankenhaus.

Heute war Tag der Ernte in einem Wäldchen fernab der größeren Wege. Über 600 Gramm landeten schließlich entblättert, gestutzt, ungeschält, aber gewaschen und zerkleinert im Topf. Mitgenommen hatte ich Stangen zwischen 30 und 40 cm – nicht zu dünn, aber auch noch nicht zu holzig.

Das Ganze vermengte ich mit 150 g Rohrzucker und einem Päckchen Vanillezucker und ließ es für eine halbe Stunde ziehen, bis ein Zentimeter hoch Flüssigkeit am Boden stand. Dann zerköchelte es auf mittlerer Hitze zu Kompott.

Mein Name ist nicht Frau Ahavzi aber folgender Reim ging mir beim Rühren spontan durch den Kopf:

„Herbei, herbei!
Gekocht ist der Brei Kompott,    
Den Tisch ließ ich decken,
Drum laßt es euch schmecken;
Ihr Nachbarn herbei,
Gekocht ist der Brei Kompott.“

Das Ergebnis

Optik: Grüne Fasern in rot-brauner Flüssigkeit. (Naja, könnten auch Schnibbelbohnen sein, wenn man die Nase außen vor lässt)

Geruch: säuerlich-süß – angenehm

Geschmack: Die Stücke zergehen auf der Zunge – gar nicht übel. Die Säure kommt mit dem Zucker stärker hervor, als im rohen Zustand. Es bleibt das erfreute Zucken in den Augenwinkeln, wenn es anfängt auf der Zunge zu prickeln. 🙂 Das erste kleine Schälchen war flott weg.

Fazit:

Ja, sollte man ausprobieren. Ich wahrscheinlich schon bald wieder, um die Eignung als herzhaftes Gemüse zu testen. Geschmort wie grüner Spargel soll es nämlich auch schmecken. Den richten Zeitpunkt für die Ernte abzupassen, wird bei dem enormen Wachstum nicht ganz einfach sein. Ich war heute schon vom Unterschied in der Höhe zu Mitte der Woche überrascht.

DIY Infrarot Umbau Nikon D40

Vor fast drei Jahren habe ich bei meiner alte Kamera, einer Nikon D40, den Sperrfilter für das Infrarot-Spektrum ausgebaut. Nach den spannenden ersten Wochen mit Infrarot-Filtern für das Filtergewinde war es sehr lange sehr ruhig um das Projekt. Zu anstrengend war das Fokussieren mit abgeschraubtem Filter, nur um dann beim Anschrauben doch die Schärfe zu verreißen. Eine Fotoreihe bei der ich blind nach Objektiv-Skala die Einstellung vorgenommen hatte war matschig – ein anderes Objektiv hatte extrem starke HotSpots bein IR-Licht.

DSC_8208

Gestern fand ich meinen Glasschneider in einer Kram-Kiste und erinnerte mich an den IR-Sperrfilter in der Schublade darüber und machte mich ans Werk das Filterglas eines 720 nm Filters auf das rechte Maß zu schneiden. Als ich nach unzähligen Schrauben und einer Lötverbindung den Filter vor den Sensor bauen wollte, merkte ich, dass ich mich um mindestens 1 Millimeter in einer Dimension vermessen hatte. Meine dilettantische Nachbearbeitung ließ ein Trauerspiel von ehemals-rechteckigem Glas zurück.

Als ich die Kamera wieder zusammen hatte musste ich leider feststellen, dass durch den minimalen Dickenunterschied zum IR-Sperrfilter der  Verschluss nicht mehr seine Arbeit tat. Also alles wieder auseinander – die ersten Feinschrauben hatten ihren Kreuzschlitz schon eingebüßt.

Sollte ich alles wieder zurück bauen und die Niederlage eingestehen? Zurück zu einer Kamera, die unverkäuflich in der Schublade verstaubt?

Nein! Ich entfernte den metallenen Filterhalter vor dem Sensor und befestigte das vorhandene Konstrukt aus IR-Glas und Plastikverschalung mit Zwei-Komponenten Kleber an der Sensorumrandung! (Ja, bei mir zieht sich bei dem Gedanken auch noch alles zusammen). Die unsauberen Kanten des Glases haben meiner Meinung nach keine Auswirkungen in Form von aufgehellten Bildern oder Flecken.

Sie funktioniert trotz aller Torturen wie geplant mit dem feinen Bonus, dass in den Ecken Spuren von erfolglos entfernten Kleberresten und Staub einen ein OldLook-Analog-Filter auf das fertige Bild zaubert! 🙂 Sehr individuell.

Aber! Ich kann nun aus der Hüfte Ausrichten, die Komposition machen, der Belichtungsmesser ist häufig gar nicht so falsch (leicht überbelichtet) und ich habe einen sitzenden Autofokus!

Ich hoffe, der Kleber hat keine mittelfristigen Auswirkungen auf den Sensor, aber meine Kamera hat bei blauem-Himmel wieder einen Platz im Rucksack. Sehr vorsichtig muss ich mit ihr jetzt nicht mehr sein.

 

Seite: « 1 2 3 4 ... 6 7 8 9 10 ... 170 171 172 173 »