Gestört 2

7. August 2008 18:10 in 4Wände,Technik

Der Telekom-Techniker kam Montag äußerst pünktlich zu Beginn des angemeldeten Zeitraumes. Im Keller wurden zwei Verbindungen umgeklemmt und er verabschiedete sich. Zu diesem Zeitpunkt synchronisierte sich bereits das DSL-Modem und wartete – laut Anleitung – auf eine Freischaltung per PIN am angeschlossenem Telefon. Leider schlug diese aber wiederholt fehl …

Bei Anruf #1 bei der kostenpflichtigen Alice-Hotline (0180 5..) kurz vor Ablauf des Anschlusszeitraumes, wurde ich noch vertröstet, da die Rückmeldung vom Techniker noch nicht erfolgt war.

Ein paar Stunden später hatte sich an dieser Situation leider nichts geändert und Anruf #2 an oben genannter Hotline war fällig. Der Auftragsstatus war inzwischen (laut Telefon-Computer) “erledigt”. Der CallCenterAgent an den ich weitergeleitet wurde machte mich durch zahlreiche nicht nachvollziehbare Pausen zwischen seinen Fragen und Antworten zunächst nervös und später sehr ärgerlich. Kurz bevor ich diesem Spiel von meiner Seite ein Ende gesetzt hätte (super Timing!), wurde mir die Nummer der kostenlosen Störhotline genannt, unter der ich an einen Techniker geriet, der endlich zügig mit mir reden konnte und nach zwei fehlgeschlagenen Leitungsmessungen einen Entstörtermin in Aussicht stellte.

Kurz darauf schreckte mich eine “Kontostand niedrig” SMS auf. Diese zwei Anrufe hatten mich zusammen ca. 8€ gekostet. :( Das restliche Guthaben war für zwei mobile Onlineverbindungen drauf gegangen, weil Alice die Angewohnheit hat, bei Onlinebestellung die Einwahldaten an die angegebene Emailadresse zu schicken – in Form von zwei PDFs mit je 250kB. Ohne Datentarif macht das nur wenig Spaß.

Am Dienstag bekam ich den Anruf, dass der Techniker zur Entstörung am Mittwoch morgen kommt.

Er (der Selbe wie zwei Tage zuvor – ein freundlicher junger Typ, mit dem man sich auch mal über technische Details unterhalten konnte und der auch meine Serversammlung hier zu schätzen wusste ;) ) kam, prüfte von meiner Dose über den Hausverteiler und den “Blockverteiler” bis in den Opladener Knotenpunkt alle Stationen und stellte fest, dass das Problem außerhalb seiner Macht / Zuständigkeitsbereich sein musste.

Mit seinem “MultiTool” konnte ich auch kurz ausschließen, dass mein schnurloses Telefon bei der Freischaltung die Fehlerquelle war. Unverrichteter Dinge verabschiedete er sich wieder.

Der Rückruf von Alice erfolgte recht zügig und ein Alice-Techniker wurde ins Feld geschickt – allerdings nur, um den schwarzen Peter in einem weiteren Telefongespräch am Abend gleich wieder an den Netzbetreiber zurückzureichen.

Vor zwei Stunden klingelte es an der Tür und ich wollte meinem „Haustechniker“ schon entnervt die Hand schütteln. Aber dieses Mal stand ich einem neuen Typus „Lassen sie mich mal herein – ich hab wirklich schon alles gesehen“ gegenüber. Die Dose in der Wohnung wurde ausgetauscht und am Hausverteiler mit einem „Wer zum Teufel … dazu sag’ ich jetzt nichts … sonst werd’ ich noch verklagt“ das richtige Kabel angeklemmt.

Zurück in der Wohnung synchronisierte das Modem problemlos und auch die Freischaltung des VoIP-Anschlusses war eine Frage von Sekunden.

Werte nach Speedtest:

Download: 10.082 kbit/s (1.260 kByte/s)
Upload: 916 kbit/s (115 kByte/s)

Damit kann ich gut leben.

Bleiben noch zwei Dinge zu tuen:

  • Die umgelabelte FritzBox von Alice auf eine Firmware zu flashen, die über einen DHCP-Server und Webinterface verfügt (Laut Alice-Techniker irgendwie möglich, ohne die Mietbedingungen zu verletzen)
  • Mir die Kosten für die Telefonate gutschreiben zu lassen. (Laut Störhotline ebenfalls kein Problem)

Was bin ich froh, dass letzten Endes doch nicht die unterstellte Inkompetenz des Providers Schuld an der Misere war – mit einem verplanten T-Com Techniker komme ich klar.

PS: Alice Störungs-Hotline: 0800 5251378

atomar bloggen

27. Juni 2008 16:12 in Internet,Technik

Steht nicht überall: Du sollst nicht mit Wut im Bauch bloggen?

Kann man natürlich trotzdem machen und dabei einen Artikel wie “Versuchsendlager” bei Anmut und Demut (via Spreeblick) fabrizieren. Bezogen auf die jüngsten Meldungen über das undichte Endlager Asse, wird dort äußerst provokant auf der Atomenergie an sich und ihren “Helfern” herum gekloppt.

Ich habe die große Anti-Atomkraftwelle nicht bewusst miterlebt, aber wäre mir nicht einmal sicher, ob ich mich im Zweifelsfall wirklich uneingeschränkt unter die Demonstranten gemischt hätte. Heute wird – meiner Meinung nach -  zu 45% aus Gewohnheit und zu 55% aus (berechtigter) Kritik an den Betreibern demonstriert.

Warum kann denn die Atomenergie nicht möglicherweise die bessere Alternative sein, um die Energie-Lücke zu schließen, bis sich die nachhaltige Erzeugung durchgesetzt hat?
(Sei es nun Wind- oder Wasserkraft, Solarenergie in jeglicher Form oder die Fusion)

Auf begrenzte Ressourcen setzen beide auf, die unerwünschten Nebenwirkungen sehe ich aber nicht so eklatant auseinander driften wie viele behaupten.

Kernspaltung, der resultierende atomare Müll und die damit verbundenen Risiken sind ein lokal sehr begrenztes Problem, das aus diesem Grund selbstverständlich auch ein großes Potential zum unsachgemäßen Umgang bzw. Missbrauch birgt. 30 Jahren nach dem ersten kommerziellen Reaktor kam es zur Katastrophe von Tschernobyl – das Ergebnis von menschlichen Fehlern und der Unausgereiftheit dieser Technologie – das 09/11 der Energiebranche (Man vergleiche damit z.B. den Gang von der explosionsgefährdeten Dampfmaschine zum heutigen Otto-Motor)

Erdöl, Erdgas und Kohle auf der anderen Seite verteilen das Risiko und die Verschmutzung auf einer großen Fläche. Die Kraftwerke sind in größerer Zahl auf dem Gebiet der Bundesrepublik verteilt und nutzen die Atmosphäre als ihr “Endlager”, die sich der unserer weiteren Kontrolle nuneinmal entzieht. Dieses langsame aber stetige Sammeln des “Abfalls” in diesem gigantischen System fliegt uns doch bereits jetzt alle paar Monate in Form von Überschwemmungen und extremen Wetterphänomenen um die Ohren. Die Schäden an Mensch und Natur möchte ich lieber nicht gegen die der Atomkraft verrechnen.

Das Potential zum GAU haben diese Ressourcen ebenso: Man warte nur auf den nächsten Supertanker, der auf hoher See in seine Einzelteile zerbricht, brennende Gasquellen, einstürzende Bergwerke.

Das eigentliche Problem ist aber folgendes: Wenn eine Risikoabschätzung vor allem unter ideologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten abläuft, läuft das ganze zwangsläufig über kurz oder lang ganz fürchterlich schief!

So schwarz und weiß kann ich die Diskussion also beim besten Willen nicht betrachten. Sehr hinterhältig auch, bei einem solchen Thema die Kommentare einfach zu deaktivieren.

ATmega Board in Eagle

13. Juni 2008 15:55 in Studium,Technik

Ich habe aufgegeben mein Atmel ATmega128 Stamp-Modul auf der Steckplatine zu betreiben. Bei jedem neuen Bauteil verzieht sich die gesamte Kontaktierung und ich verbringe Stunden damit, an einzelnen Leitungen zu drücken und zu ziehen, bis der letzte Kontakt hergestellt ist – und selbst dann sind noch die Leitungswiderstände jenseits von gut und böse. :(

Für eine kleine analoge Schaltung (z.B. eine geregelte Spannungsversorgung) mag es so gerade ausreichen, das Stampmodul spare ich mir aber lieber für einen anderen Zweck auf, bevor mir beim Rütteln noch irgendwo ein Bein abbricht.

Da trifft es sich gut, dass mir zu Ohren gekommen ist, wie ich einfach an Platinen nach eigenem Layout komme: Für wenig Geld kann man sich nämlich in der Fachhochschule seine Schaltung fräsen lassen. Christian hat bereits einen ersten Testlauf mit einer kleinen MAX232 Platine beendet, die sich durchaus sehen lassen kann.

Also arbeite ich mich seit ein paar Tagen in die gängigen PDB-Designer ein. Erst habe ich mir der CT Edition von Target3001 begonnen, inzwischen aber auf die kostenlose Variante von Eagle gewechselt. Das Erlernen der Bedienung und des Aufbaus der doch recht unübersichtlichen Bauteile-Bibliothek frisst eine Menge an Zeit.

Da der ATMega128 nur in 64-pinniger SMD-Bauweise erhältlich ist, hab ich inzwischen eingesehen, dass ich mit einer einseitigen Platine und einigen Drahtbrücken nicht hinkommen werde. Darum baue ich derzeit sowohl an einem zweischichtigen Layout mit sämtlichen Steckern nach den Konventionen des Roboternetzes, als auch an einem kleineren Board mit ATmega32, das für die ersten Versuche vollkommen reichen sollte.

Wie ich mich kenne, verwerfe ich das große Layout anschließend wieder in großen Teilen, weil ich diese oder jene Funktion doch gerne nutzen würde, aber nicht vorgesehen habe. Das spart nicht nur Geld, sondern auch meine Nerven:

Die TQFPs lassen sich bestimmt in Sekunden verbrutzeln, wenn ich nicht aufpasse.

PS: Das Leiterbahn-Entflechten auf zwei Ebenen ist eine echte Wissenschaft für sich …

Hirn kontrolliert Roboterarm

29. Mai 2008 00:49 in Modern Life,Technik,Weltgeschehen

Via Nerdcore, bin ich auf ein Video gestoßen, das ein Hirn-Interface in Aktion zeigt. Das Versuchsobjekt ist ein Affe, dem ein Netz aus Elektroden in das motorische Zentrum implantiert wurde und nun einen Greifarm so präzise steuern kann, dass er von einem Menschen Nahrung greifen und zum Mund führen kann.

So faszinierend diese Technologie auch ist, ärger ich mich doch sehr, dass hier wieder ein Versuchstier in die Apparatur eingespannt ist. Das erste Einsatzgebiet liegt doch eh im medizinischen Sektor, um z.B. Gelähmten wieder zur selbstständigen Interaktion mit ihrer Umwelt zu verhelfen – warum greifen die Forscher nicht direkt in der zukünftigen Zielgruppe auf Freiwillige zurück, die dort mit Sicherheit vorhanden sind?

Welch wundervolles Thema, um sich am Stammtisch und in Kleinbloggershausen darüber die Köpfe einzuschlagen, wer hier gerne Tabubruch #1 gegen ethischer Problemstellung #2 getauscht haben möchte.

Meiner Ansicht nach, sollte sich die Menschheit hier gefälligst selbst auf den OP-Tisch legen, wenn sie diesen technologischen Weg einschlagen oder ihn zumindest ein paar Meter austesten möchte. Die großen technischen Pioniere sind in der Vergangenheit auch größere persönliche Risiken eingegangen, als im Falle eines Fehlschlags das Geld für einige Affen plus Operationen in den Sand zu setzen.
Wahrscheinlich hört das Tier auch gleich auf einen passenden Namen wie z.B. Sevenofnine

Unschönes Erwachen

4. Mai 2008 06:06 in Technik

Ich bin nicht mehr ganz sicher, wovon ich wach geworden bin: Vom plötzlichen Verstummen sämtlicher (Lüfter-)Geräusche im Zimmer oder vom elektrische Knacken, gefolgt vom beißendem Geruch verschmorter Kabel.

Im dunklen Zimmer suchte ich zunächst nach der Ursache der nächtlichen Störung, konnte aber nichts finden. Im Scheine einer LED-Lampe legte ich im Sicherungskasten wieder die Sicherung ein. Die Quelle des Gestanks konnte ich dann – schnüffelnder Weise – in meinem 19 Zoll Rack ausmachen. Das ausgeschaltete (!) Netzteils eines 1HE Gehäuses hatte wohl kein Interesse mehr an einer guten Zusammenarbeit. :(

Lüften um 4:00 mach wiklich keinen Spass. Selbst unter meine Bettdecke schlottern mir hier vor dem Rechner noch immer die Knie. Brrrr.

Nachtrag: Ein Primär-Elko ist geplatzt und hat mit seinem Inhalt die Platine zugekleistert. Da ist nichts zu retten …

Rad kaputt

29. April 2008 13:08 in Technik

Das Radfahren kann ich in den nächsten Wochen ersteinmal vergessen. Als ich gestern in die Garage kam, hatte sich der rechte Bremshebel so umgelegt, dass der Stößel meiner hinteren Bremse außerhalb der Druckkammer baumelte. Er ließ sich zwar wieder in seine angestammte Position zurück schieben, aber auf der Testfahrt über den Burger Ascheplatz konnte ich die Bremse nicht mehr ausreichend bedienen. Wahrscheinlich hat das ganz System Luft gezogen, die ich nun mit dem Öl durch den Schlauch drücke – eine Vollbremsung ist so nicht mehr möglich.

Hätte ich nur damals nicht so viel Geld für diese ganzen Gimmicks ausgegeben und ein robustes Bike mit V-Brakes gekauft. Der Rahmen ist noch immer okay – wenn auch minimal schwerer als aktuelle Modelle – aber ohne funktionierende Bremse, die zusätzlich im Sommer spontan blockiert, hab ich da sehr wenig von. :(

Hardwarenahe Programmierung

20. April 2008 13:30 in Studium,Technik

Nach dem sich mein Willem Universal-Programmer vor einigen Monaten unspektakulär verabschiedet hat, hab ich gestern Abend endlich wieder eine funktionierende Hardware in Betrieb genommen, um mit meinem ATMega128 herumzuspielen. Es handelt sich dabei um einen (gekauften) Nachbau des usbasp-Programmers, der zu meiner Freude, sogar unter Windows Vista problemlos arbeitet. (mit avrdude)

Als Entwicklungsumgebung nehme ich zunächst WinAVR in Kombination mit dem AVRStudio, um meine Programme “offline” debuggen zu können.

Die erste Schwachstelle in meinem Versuchaufbau habe ich bereits entdeckt: Die Steckplatine (Breadboard) aus Asien ist absolut ungeeignet, um das Stamp-Modul ordentlich zu kontaktieren. Selbst bei einem simplen Countdown auf PortB habe ich es nicht geschafft durch Drücken und Ziehen an den Bauteilen alle angeschlossenen LEDs gleichzeitig in Betrieb zu halten. Das ist besonders am Anfang ärgerlich, wenn man den Fehler in seinem mühsam erarbeiteten Programm sucht, wenn doch nur ein oxidierter Kontakt seine Mitarbeit verweigert. :(

Da muss ich mir also etwas Neues einfallen lassen.

Parallel zu meinen eigenen Versuchen lerne ich C derzeit auch in der FH – dort aber auf einer x86 kompatiblen Hardware. Da meine letzte Begegnung mit Pointern schon eine Weile zurück liegt, kann ich die Übung also auch abseits meines Basteltriebs sehr gut gebrauchen. ;)

In der Vorlusung muss ich übrigens wie im letzten Semester meine Pflichtübungen handschriftlich einreichen. Argh.

eBay: Groß, schwer und voller Technik

13. April 2008 16:28 in Technik

Ich hab mal wieder etwas auf eBay geschossen und zwei Tage später (heute) abgeholt. Mit zwei Personen geschleppt, passte das Ungetüm gerade so in meinen Kofferraum. Das dürfte auch auf den Bildern mehr als deutlich werden. ;)

ServerServerServer

Der Innenraum ist noch ziemlich verdreckt und so mancher Lüfter hat seine besten Zeiten hinter sich – zum Glück ändert das nichts an den Kostbarkeiten, die darin entdeckt werden wollen.

  • SuperMicro P3TDLE
  • 2x Pentium III 1266Mhz
  • 2GB ECC SD-RAM
  • ICP RAID Controller GDT8123RZ (mit 128MB PC133 SDRAM)
  • 2x Quantum Atlas 10.000 rpm 18GB
  • Streamer Tandberg Data SLR100 50/100GB
  • Redundantes Netzteil mit 2x 400W
  • Windows 2000 Server mit 5 Clients

Dann natürlich dieses unglaubliche Gehäuse, das wohl so mancher Modder gerne in seinen Fingern hätte. ;) 66cm hoch, 36cm breit, 60cm tief und unglaublich schwer, da komplett aus dickem Stahlblech. Das vorinstallierte W2k bootet auch gleich vom Raid1, was will man mehr. *freu*

Ich kann meine Veranlagung zum “Jäger und Sammler” einfach nicht leugnen.

Den ersten Kommentar kann ich bereits abgeben: Betreibe niemals ein Hotswap-Netzteil mit nur einem Stromanschluss, wenn dir dein Gehör lieb und teuer ist!

Den Auktionspreis habe ich übrigens mit dem Verkauf der Windowslizenz wieder drin. ;)

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