Archiv der Kategorie: Technik

Drucken zum Abgewöhnen

Ich besitze zum ersten Mal einen Farbdrucker, dessen Patronen über einen Chip den Füllstand überwachen. Es ist so frustrierend, wenn sich das Gerät ohne Grund weigert den Druck fortzusetzen – am Ende einer Seite mit perfektem Druckbild. Der Zähler scheint also auf einer festen Seitenzahl zu basieren. Es besteht keine Möglichkeit dies zu überschreiben, ohne zusätzliche Hardware von Drittanbietern zu kaufen. Grandios. Da es der erste Satz Patronen ist, ist zusätzlich der Füllstand zusätzlich reduziert und ich gar möchte nicht wissen, ob dies nur per Software durchgesetzt wird.

Ab in die Stadt Original-Patronen kaufen … nicht.

Wenn das Android-Handy weg ist

Manchmal passieren Dinge, die man für unwahrscheinlich gehalten hat und die Konsequenzen darum nicht durchdacht hat. In diesem Fall geht es um den Verlust eines Smartphones.

Eigentlich sollte ich es besser wissen – liegt doch bereits mein Nokia 5800 neben einem Feldweg auf Koh PhiPhi. Vor einigen Tagen ist nun mein HTC One S auf mysteriöse Art  und Weise verschwunden. Die  Hoffnung auf einen schnellen Fund bei Freunden kostete 1 – 2 Tage, die ein unehrlicher Finder für seine Zwecke zur Verfügung gehabt hätte.

Beim Versuch mein Handy durch unterschiedlichste Roms aktuell zu halten, habe ich leider den Fehler begangen, die üblichen Zugriffssicherungen wie Muster- oder Zahlencodes zu deaktivieren. Auch die jüngst Einzug gehaltenen Möglichkeiten, sein Gerät per Fernzugriff zu deaktivieren bzw. zu löschen, waren nicht aktiv, da inkompatibel mit meinem System.

Ein Android Gerät speichert in den seltensten Fällen direkt Passwörter für Dienste, sondern hat eine Reihe von Access-Tokens (digitalen Zugangsberechtigungen), mit denen sich das Handy bei Diensten authentifiziert. Diese werden innerhalb ihrer Gültigkeit automatisch verwendet um sich anzumelden. Je nach Anbieter unterscheidet sich die Zeitdauer, bis man die nächste Passworteingabe tätigen muss.

Im Falle des Verlustes sollte man also dringend zwei Dinge parat haben (sofern die Fernsteuerung fehlschlägt):

  • Eine Liste der Dienste/Apps, für die man sich auf dem Handy angemeldet hat.
  • Eine Liste von URLs, bei denen man die Access-Tokens widerrufen kann

Dienste, auf die das Zutreffen könnte sind beispielsweise:

Für Facebook, Instagram & Co gibt es mit Sicherheit ähnliche Service-Seiten die ihr kennen solltet.

Whatsapp benötigt für die Sperrung des alten Handys eine Anmeldung von der Ersatz-Simkarte.

Denkt also – im Gegensatz zu mir – an alle angebotenen Sicherungen, spielt vielleicht schon vorab mit dem Widerrufen von Berechtigungen und lasst euch schlicht nicht das Handy mopsen. 🙂

Daneben sollte man natürlich die SIM-Karte sperren, damit dort keine Kosten enstehen können und die eigene Identität gewahrt bleibt. Die Ersatzkarte kostet ca. 10 Euro und kommt in wenigen Tagen.

Eine Meldung beim Fundbüro und die Anzeige bei der Polizei, bringt es euch vielleicht sogar zurück. Ein neues Handy ist immer spannend, die Umstände kann man sich nur manchmal nicht aussuchen. 🙂

Nachtrag:

Ich halte mein altes Handy wieder in den Händen, bin erfreut über meine eigenen Schusseligkeit und kann folgendes berichten:

Das aufwachende Handy strotzte nur so vor Aufforderungen sich neu anzumelden. Gmail speichert bereits erhaltene Emails. Vergessen habe ich Skype, WordPress und Steam, die gleich wieder verbanden.

 

 

Arrested Development in Video-On-Demand

Was muss ich investieren, um am Wochenende (und in den folgenden Tagen) die neue Staffel Arrested Development zu sehen? Totgeglaubte leben manchmal länger und das Firefly-Revival steht bestimmt auch bald bevor. ^^

Die 5. Staffel AD ist Netflix-exklusiv und mit deutscher Adresse wohnt man außerhalb des Geschäftsbereiches des US-Unternehmens. Der Dienst filtert nach geographischer Position der IP – es muss ein Service her, der den potentiellen Nutzer auf OSI-Schicht 3 in die Staaten versetzt. Die neuen Folgen möchte ich gerne auf meinem WD TV Live ansehen, ohne aber den *gesamten* Verkehr der Wohnung zu tunneln. Der Proxy oder das VPN soll sich also nur auf die Set-Top-Box beschränken.

Ein Proxy wäre sehr einfach in den Einstellungen des WDTVs einzurichten. Eine VPN-Lösung will auf jeden Fall bezahlt werden und erfordert zusätzliche Hardware. Also würde ich meinen Laptop zu einem VPN-Gateway umbauen, das über Ethernet sein getunneltes Subnetz für die Set-Top-Box zur Verfügung stellt.

Die Webseiten vieler Anbietern dieser Dienste wecken in mir dieselben schlechten Gefühl, wie die verbliebenen 0815-PC-Zeitschriften am Kiosk: „Wir zeigen euch, wo es die besten Warez im Netz gibt!!!!111“

Da fehlt mir schlicht die Vertrauensgrundlage, dem „Mann in der Mitte“ meinen (unverschlüsselten) Netzverkehr zu überlassen.

Es ist auch alles eine rechtliche Grauzone, wenn man bei der Netflix-Anmeldung eine US-Adresse aus dem Ärmel schütteln muss, die man als Normalo nicht hat.

Kosten:

  • Das Netflix-Monats-Abo kostet $7.99.
  • Ein VPN-Service ~$10

Mit SOCKS-Proxys habe ich schlechte Erfahrung gemacht. Die Qualität von VPN ist auch stark vom Anbieter abhängig, ob dieser auch für Streaming von hochwertigem Video-Material ausreichend Kapazitäten für seine Nutzer eingeplant hat. Ein Anbieter mit Endpunkt in den USA habe ich noch nicht getestet.

Ein kreativer Weg könnte auch über Amazons Cloud-Platform AWS führen. Die Server-Instanzen lassen sich Stundenweise ein- und ausschalten und kosten aktuell $0,060 pro Stunde für die kleinste Instanz (+Traffic). Man darf nur nicht vergessen nach dem Fernsehabend dort wieder das Licht auszuschalten, sonst wird es teuer. In meinen Augen wäre es zumindest moralisch fragwürdig, dafür das kostenlose Test-Jahr zu nutzen. Ob dafür die kleinste Instanz ausreicht ist auch noch die Frage.

Interessanter Weise ist Netflix selbst bei Amazon gehostet – die Filme und Serien haben also einen kurzen Weg durchs verteilte Rechenzentrum. 🙂

Das setzte natürlich voraus, dass man über das technische KnowHow verfügt, alles auch einrichten zu können. Eine kurze Recherche hat meine Vermutung bestätigt, dass dies schon jemand ausprobiert hat. 😉

Auf der Suche nach einer Anleitung sollte man die Begriff-Kombination „Amazon AWS + Netflix“ vermeiden, weil es mal einen Service-Ausfall zur Weihnachtszeit gab, den alle Nachrichtenagenturen aufgegriffen haben, um den Cloud-Service zu kritisieren.

Mit Amazon AWS + VPN + Hulu kommen bessere Ergebnisse.

Der technische Aufwand ist also immens, um in einer globalen Welt das Geld dort lassen zu können, wo man möchte, wenn man möchte. Es könnte alles so viel einfacher sein …

Entschieden habe ich für mich noch nicht, ob es den Aufwand wert ist.

Glas im Auge

Mir kam soeben folgender „Was wäre wenn …“ Gedanke:

Google entwickelt sein „Project Glass“ nur aus dem Antrieb, das Eindringen der Technik in die menschliche Wahrnehmung auf die technisch höchst-mögliche Spitze zu treiben. Nicht, um das Produkt in absehbarer Zeit gewinnbringend zu verkaufen, sondern um eine gesellschaftliche Diskussion anzustoßen ohne sich dabei den Ruf als Technologie-Unternehmen zu versauen.

Was wäre, wenn der entscheidende Manager bei Google auf einer Bahnfahrt mit wachsendem Unbehagen die Smartphone-Zombies um sich wahrgenommen hat? Augen auf dem Display, Stöpsel im Ohr – ohne eine Gesichtsregung, egal ob der Witz des Tages oder die bewegendsten Nachrichten unter den störenden Reflexionen der Fensterscheiben herunterscrollen.

Also verwirklicht man den Traum eines überzeugten Mitarbeiters und baut das erste Gerät, was sogar Technologie-Fetischisten die Stirn in Falten legt. Definitiv effektiver als der Versuch mit mahnender Stimme die fütternde Hand zu verschrecken.

Darüber muss ich mal abseits aller Verschwörungstheorien nachdenken. Vielleicht mache ich unterwegs zu selten „gar nichts“ – dieser mysteriöse Zustand, in dem einem die besten Ideen kommen.

Und es wurde das HTC One S

Als Apple-Benutzer hat man es bei der Auswahl seines Telefons schon bedeutend einfacher. Allerdings muss man essen, was serviert wird. Auf Android-Seite ist die Auswahl schon recht ordentlich bis überwältigend und man kann nach seinen Kriterien für ein geeignetes Smartphone die Fluten teilen und sich in aller Ruhe betrachten, was dabei am Grunde für einen übrig bleibt. In dieser Hinsicht bin ich den Preisvergleich-Webseiten sehr dankbar – einfacher geht es gar nicht mehr.

Dumm nur, wenn man mit der Meinung alleine in der Welt zu stehen scheint, dass ein Telefon schon noch in die eigene Hosentasche passen sollte. Die Spitzenmodell werden mit jedem Monat größer und größer und durchbrechen zur Jahreswende die 5 Zoll Grenze!

Nope. OptOut. Das ist nichts für.

Für einen Moment war ich versucht, dem Nexus 4 mit seinen 4,7 Zoll eine Chance zu geben, aber live und in Farbe kam ich mit dem Daumen doch nicht in alle Ecken. Die Suche bis 4,3 Zoll bringt eine Flut von Einsteigergeräten mit Technik der letzten Generation, unzählige kantige Kisten aus dem Hause Sony und wenige echte Kandidaten. Das Samsung Galaxy S2 war in der engeren Wahl, wollte mir aber nicht so recht gefallen.

Allgemein war ich sehr überrascht, wie sehr es mir – versteckt hinter dem Mantel der „Ergonomie“ – doch auf die äußeren Werte ankam. Normalerweise spiele ich mich zum obersten Richter auf, wenn mich jemand nach meiner Meinung zu einem technischen Gerät fragt und dann aufgrund der Farbe oder Form zur „schlechteren“ Alternative greift. Eine Kante an der falschen Stelle und alle Vorsätze sind dahin …

Gekauft habe ich letzten Endes das HTC One S, weil es doch ein ganzes Jahr jünger ist und mir mit seinen weichen, runden Ecken einfach besser zusagt. „Nie mehr HTC“ hatte ich nach dem Update-Desaster des HTC Desire Classic geschrien. Da verpeilen sie die Größe des internen Speichers und spielen mit den Kunden das Spiel von Lichtblick und Enttäuschung – mit Zäsur auf Letzterem. Auch hier kann ich mich für meine Konsequenz nicht beglückwünschen. :/

Die Hardware des One S wirkte gut auf dem Papier und es gab (Wichtig!) auch einen offiziellen Port von CyanogenMod. In Sachen Software kann also nur noch wenig schief gehen. Mit der Sense-Oberfläche, die mir nun zwangsläufig mit ins Boot geholt habe, werde ich nun zunächst klar kommen müssen, bis ein Vanilla-Rom die Kamera ordentlich unterstützt. Die fehlende Erweiterung des Speichers mit MicroSD ist ein anderer Punkt, bei dem ich lange mit mir gehadert habe. Mehr als 12-13 GB habe ich bisher aber noch nie gefüllt – da kann ich mir noch so große Karten einbauen.

Im Vergleich mit dem Galaxy S2 trotzdem ein absolut unvernünftige Entscheidung. 😉

Gespannt bin ich nun vor allem auf die Kamera. Außerdem ist bestimmt der Spaß nicht zu unterschätzen, die Sense-Oberfläche auf dem Telefon zu unterjochen. Wo sind meine Quick-Settings?! 😛

 

TP-Link WR703N mit OpenWRT

Der Name OpenWRT könnte euch evtl. bereits ein Begriff sein. Es handelt sich dabei um eine Linux-Distribution für kleine eingebettete Netzwerkgeräte wie Router oder NAS. Die Auswahl an Plattformen jeder Größe und Ausstattung ist beachtlich und auch die Anzahl an vorgefertigten Paketen kann sich sehen lassen. Ein wirklich tolles Projekt.

TP-Link WR703N

Vielleicht noch nicht so bekannt ist ein mobiler Router der Firma TP-Link: TL-WR703N. Ein ziemlich spannendes Gerät mit 1x 100MBit Ethernet 1x Wifi N und einem USB2 Port. Das ganze sitzt in einem winzigen (und ansehnlichen) Kasten von 5.7 cm x 5.7 cm und ist gerade so hoch, dass der Ethernet-Port passt.  Das hört sich zunächst schon ganz nett an, aber was das Ding so einzigartig macht ist a) der Preis mit 17€ inkl. Versand aus China und b) der geringe Verbrauch von unglaublichen 0,5 W ohne angeschlossenes USB-Gerät!

Die Stromversorgung ist ein 5V 1A Steckernetzteil (US-China Stecker) und ist über ein mikroUSB-Kabel angeschlossen. Abgesehen von der Adapter-Problematik (1€ über ebay) , kann man im Einzelhandel deutlich mehr Geld alleine für das Netzteil lassen.

Der Mini-Router soll in seiner beworbenen Verwendung eine Funk-Datenverbindung (3G-Stick über USB) im heimischen Netzwerk und mobil auf Reisen verteilen. Mit der offenen Firmware ist alles vom Router über Printserver, VPN-Endpunkt, SSH-Server, NAS, Repeater, WIFI-Bridge bis hin zur Piratebox möglich, sofern man sich auf der Kommandozeile wohl fühlt. Für den Anwendungsfall „Router“ existiert eine Weboberfläche die den normalen Funktionsumfang im Webbrowser zugänglich macht und gleich im Basis-System enthalten ist.

Von der Performance entwickeln sich bei anspruchsvollen Aufgaben die 400 MHz und 32MB RAM zum Flaschenhals. Auch der kleine Flash-Speicher mit 4MB sieht zunächst sehr limitierend aus, aber das Root-Dateisystem lässt sich recht einfach händisch auf einen USB-Stick (ggf. über einen Hub, falls noch andere Geräte angeschlossen werden sollen) verlegen wenn es eng wird.

Es existieren einige Hardware-Mods der oben Schwierigkeitsstufe um den RAM-Baustein und Flashspeicher gegen ein größeres Modell auszutauschen, den seriellen Port freizulegen und eigene Erweiterungen über GPIO-Pins anzubinden. Im letzten Fall kann man sich aber auch fragen, ob nicht über die USB-Schnittstelle Sensoren oder ähnliches besser anzusteuern sind.

Die Installation ist extrem einfach, sofern man in der chinesischen Weboberfläche die Seite findet, über die sich ein neues Firmware-Abbild flashen lässt. (Im Auslieferungszustand hört die Ethernet-Schnittstelle auf der IP 192.168.1.1 und antwortet nicht auf DHCP Anfragen).

Mit der Veröffentlichung von „Attitude Adjustment“ (aktuell: Beta 2) unterstützt OpenWRT den WR703N in einer „stabilen“ (bzw. konstant verfügbaren) Version, so dass man sich nicht zwingend den Nightlies des Build-Servers ausliefern muss, der sich den Code an vorderster Front abholt.

Zwei Exemplare liegen bereits auf meinem Schreibtisch bzw. sind im Einsatz – eines ist noch in der Post (oder beim Zoll. *grrr*). 🙂

Als erstes Projekt verwende ich die Linux-Box als Steuerung für Timelapse-Fotografie mit meiner alten Nikon D40. Dazu mehr in einem anderen Bericht.

Quelle:  http://wiki.openwrt.org/toh/tp-link/tl-wr703n

 

Meine Nikon D40 sieht Rot … Infrarot

Eine der ersten Einsteiger-DSLR aus dem Hause Nikon hat bereits ab Werk einen ziemlich schwachen Filter vor dem Sensor, der die für Menschen nicht sichtbare infrarote Strahlung abschirmt: den sogenannten Hot-Mirror.

Schon kurz nach dem Kauf der Kamera erwarb ich einen Schraubfilter für das Filtergewinde des Kitobjektivs, der unterhalb von 720nm nur noch Spuren des sichtbaren Spektrums bis zum Sensor und zum Auge durchlässt. Damit konnte ich mit langen  Belichtungszeiten von 5 bis 30 Sekunden (oder darüber hinaus) fotografieren und bekam tief rote Bilder, da der Weißabgleich der D40 in den Grenzbereich kam. Der Infrarot-Effekt mit seinen überstrahlten da reflektierenden Pflanzenblättern, dramatischen Wolkenformationen und Fehlfarben war aber da und begeistert mich noch immer!

Opladener Felder in Infrarot

Nun bieten einige Firmen den Service an, die eigene Kamera 100% in eine Infrarot Kamera zu verwandeln. Dabei wir der eingebaute Hot-Mirror, der üblicherweise mit dem Anti-Aliasfilter verklebt ist und vor dem Sensor sitzt, durch einen Infrarot-Durchlassfilter oder optisches Klarglas ersetzt. Der Umbau bzw. das Filterglas hat einen stolzen Preis, der ziemlich abschreckend wirken kann, wenn man sich ein älteres Modell mit begrenzter Restlaufzeit ausgeschaut hat. Meines hat diverse Macken und kränkelt seit dem letzten Asienurlaub immer wieder.

Vor zwei Wochen habe ich nach langem Überlegen Schraubenzieher und Lötkolben in die Hand genommen und mich an die Aufgabe gewagt, den Block aus Hot-Mirror und Anti-Aliasfilter ohne Ersatz zu entfernen. Damit nehme ich zwar dem Sensor seine letzte Schutzschicht vor all‘ dem fiesen Schmutz da draußen, habe aber den Vorteil der kurzen Belichtungsdauer mit aufgesetztem Filter und das ‚volle‘ Spektrum ohne. Mir war klar, dass ich damit die Kalibrierung der Fokussierung verlieren würde und es keinen bezahlbaren Schraubfilter im Handel gibt, der den infraroten Anteil noch vor dem Objektiv wieder reflektieren könnte.

Innereien einer Nikon D40

Ich würde mich nicht als Grobmotoriker bezeichnen, aber bei neun filigranen Flachkabel, einem Lötpunkt und unzähligen Uhrmacherschrauben am Gehäuse und auf den Platinen hatte ich schon Muffensausen. Die ganze Aktion war eine ziemliche Katastrophe, da ich mir im Inneren durch eine unheilvolle Kombination aus Fixierlack, kleinst-möglichem Kreuzschlitzkopf und billigem Werkzeug bereits bei der ersten Berührung die erste Schraube demoliert hatte. Zwei weitere sollten folgen.
Dass ich am Ende mit einem Dremel, flexibler Welle und Fräskopf die Schauben entfernen musste, darf man gar nicht erzählen. Die Not macht besonders dann erfinderisch, wenn man weder vor noch zurück kann und zudem mit dem Rücken zur Wand steht.

Wie durch ein Wunder hat kein vergessener Metallspan der Kamera das Licht ausgeblasen und mich auch der Blitz-Kondensator nicht geschockt. Denn leichtfertig bin ich an das Projekt auch wieder nicht herangetreten.

Neben einem fetten Frontfokus am 18-55mm Kit-Objektiv macht nun auch die Belichtungsmessung einige Probleme, weshalb meine ersten Testaufnahmen ausschließlich voll manuell erfolgten.

Mir ist klar, dass ich nun eine ziemlich spezielle Kamera in den Händen halten, deren Bilder nicht jedermanns Geschmack treffen werden. Mit einfacher Abbildung hat das nicht mehr viel zu tun, da man sich bei Farbgebung und Ausbelichtung austoben darf/muss – immerhin wird hier Licht eingefangen, das durch das Auge nicht zu erfassen ist. Impressionismus im Unsichtbaren quasi.

Ich werde mich selbst überraschen lassen, in welchen Situationen der Griff zum alternativen Kamera-Body Fotos entstehen lässt, die mich faszinieren können. Kombinationen aus Vegetation, Himmel, Wasser und einem interessanten Motiv im Vordergrund sind ab jetzt heiße Kandidaten dafür.

Rechenknechte – Heute & Damals

Ich musste wirklich nachschauen, wann ich das letzte Mal meinen Rechenknecht aktualisiert habe. Ein wenig war es das schlechte Gewissen, vielleicht doch etwas zu früh zugeschlagen zu haben. Der Core 2 Duo E8400 schien immerhin erst gestern in den PC gewandert zu sein. Dass aber genau dieses Modell auf der Arbeit zur 2. Wahl erklärt worden ist, hat mich doch stutzig gemacht.

Nun, ziemlich genau drei Jahre ist es nun her, dass ich den Prozessor und Arbeitsspeicher getauscht habe. Keine Ewigkeit, aber als PC-Spieler pendelt sich doch eigentlich eher ein grober 2-Jahres-Rhythmus ein, der einem durch die Neuerscheinungen auferlegt wird. Und es macht doch auch ein wenig Spaß immer wieder nachzulegen. Meine Grafikkarte erreicht sogar bald ihren 4. Geburtstag. Trotzdem hatte ich in den letzten Jahren den Eindruck, dass der Zwang nicht mehr ganz so stark ist. Der große Evolutionssprung in der Technologie hat schlicht gefehlt.

Nun werkeln die vier Kerne meines i5 auf 8GB Arbeitsspeicher und warten sehnsüchtig darauf, auch eine neue Grafikkarte an ihre Seite gesetzt zu bekommen. Die gibt es aber erst in einem Monat zum Diablo 3 Release. 🙂

Ein guter Zeitpunkt, einmal der alten Hardware zu gedenken, die mir in der Vergangenheit begegnet ist:

Ich bin definitiv ein Kind der x86er Architektur, wie ihr sehen werdet. Mein Kontakt zum C64 war minimal.

Zuerst ein 386 mit 25MHz, später der Intel 486 meines Vaters mit 66MHz in einem schicken Desktop-Gehäuse unter dem Bildschirm machten den Anfang. Die Festplatte in nicht mehr bekannter Größe wurde mit 3,5 Zoll Disketten gefüttert. Das Laufwerk für die großen Scheiben war aber auch noch drin. Commander Keen, Indiana Jones 4, X-Wing, T-Fighter und dem ersten Monkey Island habe ich es zu verdanken, dass mir heute die Elektronik aus den Schränken quillt.

Ein paar Jahre später wurde der Familien-PC durch einen Pentium 133 ersetzt (beinahe wäre es dieser hochgezüchtete 486 mit 100MHz geworden, der zeitgleich vermarktet wurde). Mein Vater fuhr mit mir zu MSI Computer und ich durfte zumindest theoretisch meinen Senf dazu geben. Als Soundkarte war eine Hercules ISA Karte dabei und das Paket hat ein Schweinegeld gekostet. (Das Optimum waren derzeit 166 MHz)

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