Tomohon II

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Ein Sonntagsfrühstück: Vier Sandwiches mit Käse und Schokolade; vier Rollen Reis im Bananenblatt; 4 gebackene Bananen.

Das reicht sogar noch für eine zweite Mahlzeit.

Unser erstes Ziel am heutigen Tag war der Vulkan Lokon, zu dem es derzeit keine offiziellen Touren gibt, da er zu aktiv ist. Wir wollten einfach möglichst nahe dran sein und wandern bis man uns aufhält.

Als wir unser Zimmer verließen, bot sich spontan der Besitzer des Hotels an, uns an den Fuß des Berges zu fahren. Auf dem Weg machte er einen Umweg über den Campus der Universität, nachdem wir ihm von unseren Studiengängen erzählt hatten. Viele kleinere Gebäude aus Zeiten, zu denen noch die Niederländer vor Ort waren.

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Unser Fahrer war vor 10 Jahren das letzte Mal auf dem Berg und fragte sich in einem Steinbruch durch, bis er uns auf einen Feldweg mit einer ungefähren Richtungsangabe absetzte. Mit dem Auto wäre es hier nicht weiter gegangen. Also marschierten wir auf einem Weg an abgetragenen und aufgeschütteten Felsen vorbei, bis wir nicht weiter kamen. Nur ein kleiner schmaler Pfad, der auch nur vom Regenwasser hätte ausgewaschen sein können, zog sich durch die Vegetation weiter nach oben. Noch war uns nicht aufgefallen, dass uns die Fahrt mit dem Auto auch um unseren geplanten Einkauf gebracht hatte – mehr als einen halben Liter Wasser hatten wir nicht dabei.

Den Weg hatte seit Monaten niemand mehr benutzt und nach einigen Minuten schlugen wir uns nur noch aufgrund von Überlegungen wie „Das ist die einzige Stelle an der wir überhaupt durch kommen“ durch das Unterholz. Wir wären bereits viel früher umgekehrt, aber dann tauchte doch wieder eine Wildwiese mit zwei festgebundenen Bullen auf. Irgendwie mussten die ja auch hier hoch gekommen sein.

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Das Abenteuer wurde ungemütlich, als Bäume und Gras dem Schilf Platz machten. Das Zeug steht dicht  zusammen, ist 3 Meter hoch und hat harte Blätter mit Sägezähnen an den Seiten. Wenn es hier einen Pfad gegeben hatte, war er nach weniger Wochen der Nichtnutzung zugewachsen.

Mit dem Smartphone navigierten wir uns auf gleicher Höhe in Richtung einer eingezeichneten Straße. 600m für die wir eine Stunde benötigten. Auf halbem Weg tauchte mitten im nirgendwo ein zugewachsener Waruga auf – ein antiker Steinsarkophag. Davor ein umgestürzter Baum mit freiem Blick auf einen Stock wilder Bienen. Ich kletterte zwar notgedrungen zwei Mal über den Stamm, wurde aber zum Glück nicht beachtet. Einige Zeit darauf kamen wir auf eine Kokosplantage, durch die endlich wieder ein erkennbarer Pfad führte. Wir kletterten vorsichtig durch ein Kohlfeld und sprangen über einen Entwässerungskanal auf Asphalt. 🙂

Durch Gemüsefelder folgten wir der Straße bis zu einer Schutzhütte, in der wir ein kühles Wasser wirklich gebraucht hätten. Oberhalb von uns bis zu den Gipfeln bzw. zum Sattel mit der aktiven Öffnung, erstreckte sich Schilf in alle Richtungen.

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Wir kehrten an dieser Stelle um und folgten der Straße zurück ins Tal, bis wieder die blauen Minibusse auftauchten und jeder ein kühles Getränk in der Hand hatte.

Über das Terminal fuhren wir nach Tondane im Norden des gleichnamigen Sees. Am westlichen Ufer wollten wir uns ein Ausflugslokal suchen und unseren verdienten Reis futtern. Da keine öffentlichen Verkehrsmittel fuhren, ließen wir uns per Anhalter die halbe Strecke nach Remboken mitnehmen.

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Es stand zwar nicht auf der Menükarte, aber in einem menschenleeren Lokal servierte man uns ein Gemüse aus Farnspitzen und Blüten der Papaya – sehr aromatisch. Dazu gab es zwei Fruchtsäfte und die Schnitte des Vormittags begannen zu heilen.

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