In der Bahn mit Asimov
29. Mai 2008 21:21 in Bücher, Unterwegs

Mein Schlaf wurde letzte Nacht doch noch einmal auf die Probe gestellt – mein Bastel-Ventilator ging zwar nicht in Flammen auf, fiel aber gegen 3 Uhr durch Eigenvibration ausgelöst der Gravitation zum Opfer und riss mich scheppernd aus den Träumen.

Ob diese nächtliche Störung dann auch heute morgen Schuld daran war, dass ich erst nach zwei Stationen meinen fehlenden Rucksack bemerkte? … mag schon sein. ;) Nach einer weiteren Fahrt zurück zu meinem Auto, konnte ich mich weiter in die richtige Richtung rollen lassen.

Kurz vor 7 saß ich dann heute abend wieder am Deutzer Bahnhof und wartete mit Asimovs Foundation Triologie in den Händen auf die RE 7. Der Tag war zwar lang (wenngleich befriedigend lehrreich), aber das Buch ist bereits auf den ersten Seiten einfach nur fantastisch – die halbe Stunde Wartezeit (versteckt hinter dem Aufgang zum Bahnsteig) verging wie im Flug und im hoffnungslos überfüllten Zugabteil quetschte ich mich einfach neben der Tür auf den schmutzigen Boden. Dort hätte ich auch noch locker meinen Bahnhof verpasst, wäre ich nicht unsanft durch den Zugbegleiter aus den Gerichtssälen Trantors gepfiffen wurden.

Sleeping loud
29. Mai 2008 01:20 in Modern Life

Es sind diese schwülen Nächte wie heute, dir mir neben meinem Feedreader den Schlaf rauben. Könnte ich nur das Fenster aufmachen, ohne danach das große Summen und Geflattere im Zimmer zu haben. Letztes Jahr zum gleichen Zeit hatte ich mir ja ein Fliegengitter für meine Terrassentür gekauft, das sich aber bereits kurz darauf als vollkommen untauglich erwies und seitdem in der Ecke vergammelt.

Auch mein betagter Tischventilator ist nicht mehr funktionsfähig, also habe ich mir als letzten Ausweg aus drei 8cm-Lüftern, einigen Teilen aus einem Metallbaukasten und dem Netzteil meines alten Tintenstrahlers schnell etwas zusammen geschraubt und gelötet.

Ventilatorersatz

Bei 13,5V geben die 12V Lüftern wirklich ordentlich Stoff und erzeugen nicht nur eine angenehme Brise, sondern auch eine beachtliche Lautstärke. Aber damit komme ich dank Disco-Ohrenstöpsel besser klar, als mit am Körper klebender Bettwäsche. *schüttel*

Mal schauen, ob das Gebläse diese Nacht übersteht oder mir gleich auch noch die Lager um die Ohren fliegen.
Gute Nacht.

Hirn kontrolliert Roboterarm
29. Mai 2008 00:49 in Modern Life, Technik, Weltgeschehen

Via Nerdcore, bin ich auf ein Video gestoßen, das ein Hirn-Interface in Aktion zeigt. Das Versuchsobjekt ist ein Affe, dem ein Netz aus Elektroden in das motorische Zentrum implantiert wurde und nun einen Greifarm so präzise steuern kann, dass er von einem Menschen Nahrung greifen und zum Mund führen kann.

So faszinierend diese Technologie auch ist, ärger ich mich doch sehr, dass hier wieder ein Versuchstier in die Apparatur eingespannt ist. Das erste Einsatzgebiet liegt doch eh im medizinischen Sektor, um z.B. Gelähmten wieder zur selbstständigen Interaktion mit ihrer Umwelt zu verhelfen – warum greifen die Forscher nicht direkt in der zukünftigen Zielgruppe auf Freiwillige zurück, die dort mit Sicherheit vorhanden sind?

Welch wundervolles Thema, um sich am Stammtisch und in Kleinbloggershausen darüber die Köpfe einzuschlagen, wer hier gerne Tabubruch #1 gegen ethischer Problemstellung #2 getauscht haben möchte.

Meiner Ansicht nach, sollte sich die Menschheit hier gefälligst selbst auf den OP-Tisch legen, wenn sie diesen technologischen Weg einschlagen oder ihn zumindest ein paar Meter austesten möchte. Die großen technischen Pioniere sind in der Vergangenheit auch größere persönliche Risiken eingegangen, als im Falle eines Fehlschlags das Geld für einige Affen plus Operationen in den Sand zu setzen.
Wahrscheinlich hört das Tier auch gleich auf einen passenden Namen wie z.B. Sevenofnine

Film: Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
28. Mai 2008 01:02 in Filme

Ich weiß eigentlich gar nicht, was alle Welt an diesem Film auszusetzen hat, denn ich habe mich heute sehr gut amüsiert. Okay, mit der Physik nimmt des Film noch weniger genau als seine Vorgänger, was ich einer Abenteuer-Komödie aber durchaus verzeihe.

Das KdK in dieses Genre einzuordnen ist, scheinen viele Kommentatoren im Laufe der Jahre vergessen zu haben: Die Indyfilme haben zwar Kult-Status, sind aber bereits zu überzeichnet und voller Klischees, als dass man sie erst mit einem Querschuss wie Jar Jar Binks in die Slapstick-Ecke schubsen müsste – darin stehen sie eh schon mit einem Bein!

Der Film spielt grundsätzlich auf bekanntem Terrain: Verfolgungsjagd, Dschungel, Schlangen, Skorpione, übernatürliche Artefakte, die Bösen, Liebesgeschichte, jugendlicher Leichtsinn, …

Alles ein wenig aufgefrischt und geradezu comicartig erzählt. Besonders den Anfang könnte man problemlos in schwarze Kästen packen – Charaktere sind bis auf eine Ausnahme eindeutig gesinnt und Schlüsselszenen kann man einfach abfotografieren.

Wie oben bereits geschrieben: Ich hatte mit dem Film meinen Spaß und würde die Karte auch ohne Kinodienstag-Rabatt nicht bereuen. Geht, bevor sich der Vorhang öffnet, noch einmal in euch und schüttelt die hohe Erwartungshaltung ab, der auch die Vorgänger nicht gerecht werden könnten. Dann macht Indiana Jones 4 Freude.

[SPOILER]
Mit der Auflösung der Handlung begibt sich der Film zugegebenermaßen auf dünnes Eis. Sciencefiction ist ja traditionell als Genre so abgeschottet und in sich geschlossen, dass diese ungewohnte Vermischung fast wie ein Sakrileg daher kommt. Dort hat der Fokus auf Erforschung, Abwehr und Gefressenwerden zu liegen und darf sich auf keinen Fall einem anderen roten Faden unterordnen! Diese Neuorientierung musste ich auch zunächst verdauen …

Film: The Fighters
25. Mai 2008 12:51 in Filme, Modern Life

Dieser Film lief vor ein paar Wochen in der Sneakpreview und ist mir anschließend durch die Finger gerutscht, bis ich heute bei den Fünf Filmfreunden über den Trailer gestolpert bin.

Um es wieder einmal kurz zu sagen: Schrott!

Die ganze Highschool-Irgendwas-Schule trifft sich auf Partys, um sich dort entweder im Freestyle die Seele aus dem Leib zu schlagen oder als übriger Pöbel betrunken drum-herum-stehend das Geschehen anzufeuern.

Der Hauptdarsteller mit 0815-Habichvergessen-Namen zieht in diese lauschige Nachbarschaft – lernt nette und böse Menschen kennen – wird auf seiner ersten Party im Fightclub-Stil (“Wer neu dabei ist muss kämpfen”) übel verhauen und nimmt im weiteren Verlauf Unterricht in einer Boxschule. Da ist noch sein untersetzter bald bester Freund, das obligatorische Mädchen und der alternde Box-Mentor, der selber so seine Probleme hat.

Wer trainiert wo? Warum? Wofür?
Verletzte Ehre hier – grundlose Gewalt dort.
Ende.

Einziger Grund sich den Film anzuschauen: Du bist weiblich (oder männlich) und lechzt nach den Szenen, in denen sich übertrainierte schwitzende Kerle gegenseitig schlagen, treten und anschreien.

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