Vor fast einer Woche habe ich die Neonröhren für meine Pflanzen in Betrieb genommen und über die Funktion kann ich mich nach wie vor nicht beschweren.
Allerdings war mir die ganze Zeit über etwas mulmig in der Bauchgegend, weil ich zum Aufhängen diese doch relativ dünne Kordel aus Plastik genommen hatte. Mir grauste es vor dem Tag, an dem die Kordel an der Lampe durchbrennen und sich die ganze Konstruktion eines Nachts auf den Weg Richtung Fußboden aufmachen würde. Das Vorschaltgerät wird nämlich schön warm und die Enden der Kordel hatte ich sogar noch angeflämmt, damit sie nicht so aufdröseln. Ich sah mich schon mit den Füssen in einem Meer von nasser Blumenerde und messerscharfen Glasscherben, das warme Quecksilber einatmend, durch die stille Dunkelheit tasten. Nein danke.
Was würde der Heimwerkerking an meiner Stelle machen? Richtig. Ab in den Eisenwarenfachhandel (jaja – schon wieder in den Baumarkt) und ein paar Meter Stahlseil erwerben, um zur Not neben der Lampe auch einen Kleinwagen an die Decke hängen zu können.
Okay, das war vielleicht etwas übertrieben. Die 2mm dicken Seile scheinen dennoch recht stabil zu sein und vor mittleren hitzeerzeugenden Lampendefekten bin ich nun auch gefeit. (Solange die verschmolzen Metallteile nicht irgendwo dran kommen
)
Oh neugewonnene Sicherheit …. wo bist du nur?
Entweder ich traue den Seilklemmen von Lux nicht oder das Vertrauen in meine eigenen handwerklichen Fähigkeiten ist doch nicht allzu groß. Ich sehe auch diese Lösung vor meinem inneren Auge auf dem Boden zerplatzen! Es muss sich nur eine der 2 Muttern an einer der 4 Klemmen lösen und alles ist hinüber. Argh.
Gab es im Baumarkt nicht dieses Mittel, dass zuverlässig das unbeabsichtigte Lösen von Schraubverbindungen verhindert? Das sollte ich mir mal ansehen …
Ende letzter Woche hat es mich gepackt. Die (noch unbekannte) Zitruspflanze vor meinem schattig liegenden Fenster sah mir mit blassgrünen kleinen Blättern direkt ins Herz. Dazu kam eine große Menge an Chilipflänzchen, die sich auf der Suche nach Licht in die Höhe schoben. Es musste etwas geschehen!
Im Internet hatte ich mich zuvor über die besten Beleuchtungsvarianten für Pflanzen kundig gemacht und nun eine wage Idee in meinem Kopf. Also fuhr ich zum Baumarkt meines Vertrauens – wofür wohnt man denn an der Grenze zur Heimwerkerstadt Nr. 1 – und sah mich dort eine volle Stunde in der Lichtabteilung um, bis ich das passende gefunden hatte.
Eine Halterung mit zwei 120cm Leuchtstoffröhren je 36W in der Lichtfarbe “Kaltweiß”, einige Haken und Ösen für die Deckenbefestigung und Schnur wanderten in den Einkaufskorb. Einen Tag später gesellte sich noch eine Zeitschaltuhr dazu.
Jetzt nach einigen Tagen könnte ich vor Freude in die Luft springen, wenn ich mir das satte Grün anschaue, das in den Blumenkästen und Töpfen nun ein Drittel meines bescheidenen Zimmers einnimmt. Ich hoffe der Schein trügt nicht, aber ich bin bisher mit meinem Selbstbau Reflektor (aus Aluminiumfolie) und dem Unterbau sehr zufrieden. Die nächste Zeit wird zeigen, ob die Lichtstärke ausreicht, um auch alle grünen Untermieter zufriedenzustellen.
Im derzeitigen Zustand halten sich die laufenden Kosten nämlich noch im Rahmen. Und ich beleuchte ja auch Chili-, Zitrus- und Passionspflanzen und brauche hoffentlich keine teure Metalldampflampen der Marke “Hanf@home”
, die unverantwortlich die Stromrechnung in die Höhe treibt. Schön auch, dass die Pflanzen nun auch in der Mitte des Raumes stehen und sich nicht nur um sämtliche Fenster knubbeln.
Die Stelle im Kalender ist markiert und doch ein ganzes Blatt weiter. Vier Wochen darf ich nun auf der Weltkarte “Andreas Odyssee” verfolgen. Durch eine Wüste voll protziger Hochglanzpaläste und Hotels (Dubai) und weiter durch das buddhistische Thailand, in dem gerade Monsunzeit ist.
Ich habe natürlich darum gebeten, dass mir jeder verfügbare Samen sofort eingepackt wird, um damit meine Pflanzensammlung zu bereichern.
In der Zeit, in der ich nun auf Neuigkeiten warte, wird die Mathematik wiedereinmal mein bester Freund.
Schöne Grüße an alle Reisenden und Zurückgebliebenen!
Christian
Die Übelkeit und das leichte Fieber sind Geuza Dank (
) über Nacht verschwunden. Jetzt müssen nur noch das Kopfpochen und die Gelenkschmerzen weg.
Heiß gebadet und geduscht habe ich schon und der Salbeitee muss noch ein paar Minuten ziehen, bis ich ihn mir zu Gemühte führen kann. Hoffentlich schmeckt er nicht zu schlimm.
Und dann hat sich ja auch noch Andrea angekündigt, um mich gesund zu pflegen. Einer schnellen Genesung steht so also rein gar nichts mehr im Wege.
Christian
Sollte ich mir nun echt Sorgen machen, weil ich mich bei diesem fiesen Wetter mit Regen, Schwüle und warmen Temperaturen nicht mehr viel bewegen mag? Mein Kopf brummt und neben der leichten Übelkeit tut mir jeder Knochen im Leib weh.
Wahrscheinlich ist es wirklich nur eine kurze fiese Sommergrippe, aber die Symptome passen auch hervorragend auf sämtliche Folgekrankheiten eines Zeckenbisses. Und von denen habe ich in den letzten Wochen 7 Stück gezogen bekommen. Da darf man sich ohne gleich große Panik zu verbreiten mal ein wenig Sorgen machen. Ich war zwar in keinem wirklich gefährdeten Gebiet, aber …. ich kann heute keinen klaren Gedanken mehr fassen.
Wenn sich morgen oder übermorgen die Dinge nicht grundlegend geändert haben, geh ich dieses Mal wohl etwas früher zum Arzt als sonst.
Wünscht mir eine ruhige Nacht *temperaturfühl*
Christian