Mallorcas Nordwesten

Diese Nacht fliegen wir über Köln-Bonn für eine Woche auf Mallorca zum Wandern. Das Hotel haben wir nach Preis und 10% Lage gewählt, weil wir uns tagsüber auf der ganzen Insel herumtreiben wollen. Can Picafort im Osten war bei unserem letzten Besuch der Heimathafen – nun ist die Wahl auf ein einfaches Hotel in Santa Ponsa gefallen, damit wir es nicht weit in die Serra de Tramuntana haben. Ob die unmittelbare Nähe vom Café Katzenberger ein Bonus ist, müssen wir noch herausfinden. Laut Berichten soll sich der Ort zumindest zum Feiern nicht eignen – perfekt. 🙂

Es geht also in die Berge. Angesichts des Sicherungsseiles, das ich eben in den Trekkingrucksack gepackt habe, hat Andrea die Wanderwege im Rother Wanderführer bereits nach Schwierigkeit sortiert und als TODO-Liste abgelegt.

Ich freue mich auf eine sportliche Woche ohne Sonnenbrand, gute Bücher und darauf, meine nackten Füße im Meer versenken und Fotos von tollen Orten machen zu dürfen.

An der Brottheke

In letzter Zeit meldet sich am Vormittag um halb 10 mein Magen und hätte gerne die erste Mahlzeit des Tages. Dem frühen Start in den Tag geschuldet, bekomme ich vorher noch kein Frühstück herunter und für die Vorbereitung einer Brotzeit daheim fehlt mir die mentale Zielstrebigkeit, wenn ich gerade erst unter der Bettdecke hervorgerollt bin.

Gegen die Morgenträgheit hilft der zügige Gang durch die frische Morgenluft zum nächsten Bäcker, wo man die Kohlenhydratreserven aufstocken kann, um die drei Stunden bis zum Mittagessen durchzuhalten.

Allerdings trage ich mit den Angestellten dort einen Konflikt aus, in dem ich bisher unterlegen bin, obwohl ich definitiv am längeren Hebel sitze.

Entgegen meinen ausdrücklichen Wunsch, sowohl herzhaftes als auch süßes Backwerk in ein und dieselbe Tüte zu packen, erhalte ich statt einer einzigen Papiertüte nur ein belehrendes Kopfschütteln und gelegentlich die Auskunft, dass dies ja nicht ginge, weil die unheilige Verbindung von Karoffelbrötchen und Schweineohr eine Sünde vor dem Herren darstellt [paraphrasiert]. Wenn ich anmerke, dass die beiden Tüten wie auch ihr Inhalt noch auf der Grenze des Bäckerei-Parkplatzes zuknüddelt bzw. vermengt am selben Ort ihr Ende finden und der Grund für die bescheidene Anfrage mein ökologische Gewissen ist, lockert dies die festgefahrene Situation nur scheinbar für einen kurzen Moment.

Irgendwo da draußen werden Handbücher für den bzw. die Bäckereifachverkäufer_in angeboten, in denen die Apartheid von Zuckerguss und Käse, Sonneblumenkern und Schokoladenüberzug bzw. Rosine und Maillard-Kruste in Beton gegossen ist.

Die heutige Schlacht mag zwar verloren sein, aber der Krieg zwischen beiden Seiten der Verkaufstheke ist es nicht! Keine Brötchen sind auch keine Lösung.

Neue Kratzer im alten Lack

Die Fluch des Palettenparkplatzes hat mich ereilt. Gestern morgen hatte ich in einer menschen- und autoleeren Garage mit nassen Reifen eingeparkt bzw. aufgeparkt. Am Nachmittag kam dann der Anruf eines Kollegen vom Empfang, dass da wohl etwas nicht so ganz stimmen könne.

Und siehe da – mein Auto war seitlich über den abgeschrägten Teil der Palette gegen den Antriebskasten gerutscht und wahrscheinlich von anderen Parkplatznehmern schon einige Male per Verschiebevorrichtung an diesem entlang bewegt worden. :/

Mir blieb nur noch stark einzulenken und mein Auto vorsichtig vom seinem unfreiwilligen Bremsklotz zu entfernen. *seufz* Der Radkasten hat ein paar „Geschwindigkeitslinien“ am hinteren Radkasten abbekommen, die man aber wahrscheinlich mit etwas Aufwand glätten kann. Nachgemessen habe ich es zwar nicht, aber beim Radstand des Astra habe ich bei vollständigem Kontakt beider Reifen mit der ebenen Auflagefläche der Plattform nur insgesamt 5 cm Luft um nicht wieder in der selben Ausgangslage zum Stehen zu kommen.

Neue Richtlinie für den morgentlichen Start in den Arbeitstag: Besser weiter links als rechts stehen und die Präzensionsfahrt mit Blick aus der leicht geöffneten Beifahrertür zum Abschluss bringen.

Der Stolz ist angeknackst, trotz Abwesenheit zum Tempore incidentium. Ich werde es verkraften. 🙂

Gläserparkplatz

Für das kommende Pfingstwochenende, wo die Pfarrjugend wie jedes Jahr ein Kinder- und Jugendlager organisiert, habe ich einen neuen Gläserparkplatz bzw. Becherparkplatz erstellt. Man stellt seinen verwendeten Becher auf „seinen“ Platz und findet ihn auch wieder, wenn die nächste Erfrischung fällig ist. So muss weniger gespült werden und es gibt einen festen Abstellort. Die Idee haben wir früher schon auf Papierrolle realisiert, aber diese Variante war durch verschüttete Getränke nur einmal zu gebrauchen.

Gläserparkplatz

Nun haben wir den Parkplatz auf wasserfester Werbefolie (550g pro m²) in den Maßen eines Bierzeltgarnitur-Tischs (2m * 0,5m). Damit sollte er abwaschbar und einigermaßen reiß- und kratzfest sein.

Beim Entwurf habe ich mich bemüht in wirklich allen Köpfen das Gedächtnis anzuregen. Neben Position und Nummerierung hat jeder Kreis ein eindeutiges Symbol, das ich mir aus frei-verwendbaren Zierrat-Schriftarten (Dingbats) entliehen habe. Im Hintergrund ist zusätzlich noch einen Regenbogen-Farbverlauf, aufgelockert durch Tintenkleckse, damit die unweigerliche Verschmutzung erst spät auffällt.

Ich hoffe, dass sich die Investition von ~30€ (inkl. Versand) gelohnt hat. Es geht noch ein paar Euro billiger wenn man rechtzeitig bestellt. 😉

Batman vs. Superman

Wir haben gestern eine der letzten Möglichkeiten genutzt und Batman vs. Superman auf der großen Leinwand angesehen. Meine Begeisterung für den Firm hält sich sehr in Grenzen.

<spoilertag> Die beiden Namensgeber machen sind meiner Meinung nach besser in ihrer eigenen abgeschlossenen Welt, die ihren eigenen Charakter geprägt haben. Das Kräftegleichgewicht „Technik gegen Superkraft“ wirkte sehr unglaubwürdig (auch mit Hulkbuster-Batmansuit) und die Figuren müssen sich äußerst verbiegen um den Konflikt heraufzubeschwören. Für einen kurzen Moment im ersten Drittel fühlt sich der Film im positiven Sinne so dunkel wie Watchman an, bis leider zur Mitte der Ausgangskonflikt in sich zusammenbricht.

Lex „Mad Mark Zuckerberg“ Luthor baut sich einen generischen Turtle-Troll-Hybriden, dann sind alle Helden wieder nett zueinander und holen sich absolut deplaziert wirkende weibliche Verstärkung, die ohne Hintergrundgeschichte plötzlich im Bild steht und nach 100 Minuten den ersten Witz des Films reißt.

Dann reißen sie zu dritt die Stadt im gleichen Ausmaß ein, wie es in Man of Steel zur Ausgangssituation geführt hat. Die große Frage nach Verantwortung der neuen Meta-Menschen für Kollateralschäden, spielt keine große Rolle mehr.

Ich kann es nicht recht in Worte fassen, aber für mich funktioniert das DC Extended Universe im Vergleich zu Marvels wildem Mix aus Mutanten, Göttern und Außerirdischen nicht so gut. Möglicherweise weil bei Marvel die richtigen Gesichter hinter den Masken stecken, am Ende doch alle auf die Mütze hauen und die „tiefgreifende“ Konflikte irgendwie sinnvoll beseitigt werden, während Superman und Batman für sich betrachtet schon sehr widersprüchliche Charaktere sind?

Auf den im August kommenden Suicide Squad freue ich mich schon, obwohl ich nicht weiß, ob sich da nicht auch die Helden des Universums einmischen. Den weiteren Einzelheld-Filmen würde ich selektiv eine Chance geben, wenn mich die Trailer überzeugen. Skeptisch bin ich aber nun in Hinsicht auf Justice League als Doppel-Fortsetzung des neu zusammengewürfelten Trios+.

Vielleicht hat Marvels „Civil War“ – gesehen habe ich ihn noch nicht – ein Problem mit zu vielen Superhelden in einer Handlung, aber immerhin zeichnet sich der Konflikt zwischen den Hauptpersonen schon länger ab. Mal sehen, ob dort das Motiv der Verantwortung sinnvoller behandelt wird.

Lebensraum Atrium

_DSC2038Bei uns im Büro liegt die Arbeit still. Am Wochenende ist im bepflanzten aber nicht begehbaren Innenhof (wir sitzen in der 1. Etage) neues Leben geschlüpft. Eine Ente hat sich den wind-geschützten Platz in kompletter Ignoranz möglicher Nachteile als Standort für ihr Gelege ausgesucht. Nun watschelt sie mit ihrem Nachwuchs durch die knappe Begrünung, während sich die Kleinen an ihr neues TrumanShow-eskes Leben gewöhnen.

Aus ihrer Sicht besteht die Welt aus 20 Quadratmetern Grün mit Kieselsteinen. Oben der blau-graue Himmel und gelegentlich blicken faszinierte und entzückte Augen durch die spiegelnden Flächen, die ihr Universum begrenzen. Ein wahrlich atriumzentrisches Weltbild, das sich dort etabliert bzw. anerzogen wird.

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Wir haben auch schon handfestere Indizien für eine Einmischung der „Deus ex machina“: Ein improvisiertes Wasserloch und zwei Tonschalen mit Futter und Trinkwasser haben ihren Weg in den Hof gefunden. 🙂

Ob jemand schon einen Plan hat, zu welchem Zeitpunkt man der jungen Familie die Türen öffnet, weiß ich nicht. Spielen da Fragen der Aufklärung eine Rolle?

  • Sollen die Enten die Grenzen ihres Weltbildes aus eigenem Antrieb durchbrechen?
  • Darf/Muss man sie zur Emanzipation erziehen – sie täglich vor die Wahl stellen ihr goldenes Gefängnis zu verlassen oder zu bleiben?
  • Hält die fütternde Hand den Antrieb zur Selbstverwirklichung etwa bewusst klein?

Ich möchte die Angelegenheit ja nicht unnötig groß reden, aber ich bin so kurz davor eine Demo zu organisieren – ich weiß nur noch nicht wofür.

Mit Bestimmtheit weiß ich nur: Voll süß.

Einmal Astra auf Palette bitte!

Ist es wirklich schon Mitte April? Vor einer Woche bin ich von der Bahn auf das Auto gewechselt. Mein Monatsticket hätte noch drei Tage länger Gültigkeit gehabt, aber neues Spielzeug möchte auch benutzt werden. Wer kann schon von sich sagen, dass er die Selbstbeherschung hat, Geschenke unter dem Weihnachtsbaum bis Silvester liegenlassen zu können. 🙂

Die durchschnittlich 3,5 Stunden pro Tag, die ich in der Bahn verbracht habe, waren gar nicht so übel nachdem ich meinen Rhythmus auf die Taktung eingestellt und einige strategische Fusswege eingestreut hatte. Mein tägliche Dosis Podcasts und Websurfing füllte jede Wartezeit, während sich mein unverbrauchtes Inklusiv-Volumen verringerte.

Nun fahre ich pro Tag 1 Stunde und 20 Minuten mit 80 auf dem Tempomat durch die Baustelle und nerve meine lieben Mitpendler, die nach der mobilen Blitze in Hilden wieder aufs Gas treten. Meine Wiedergabeliste muss regelmäßig von allem geleert werden, bei dem ich bereit bin es zu entbehren.

Seit heute schließt meine morgentliche Route mit einer neuen Herausforderung: Dem Paletten-Parkplatz.

Astra auf Palette

Parkraum ist knapp und ich freue mich natürlich überhaupt einen Platz zugeteilt bekommen zu haben. Leider muss mein Astra dafür eine Konstruktion aus Metall erklimmen, die sich über eine Bedientafel an der Wand steuern lässt. Damit kann man sowohl die regulären Parkplätze freigeben, aber auch sich selbst den nötigen Platz für den Ein- und Ausparkvorgang verschaffen. Meine Nachbarn sind stattliche Kombis, die sich bislang über eine freie Lücke freuen konnten.

Mit neuem Auto und neuen Abmessungen muss ich mich da erst hineinfinden – zumal der Parksensor durch den nahen Kasten mit dem Antriebsmotor der Plattform ein dauerhaftes Piepen von sich gibt. Also Tür auf oder Kopf aus dem Fenster, als überquerte man den Amazonas auf einer wackeligen Hängebrücke.

Aber wer früh zur Arbeit kommt, hat noch freien Platz zum Rangieren ohne aussteigen zu müssen. Ich hoffe, da bahnt sich kein Wettrennen an.

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